Forchheim

Drei Familienstützpunkte sollen Erziehungsdefizite beheben helfen

Josef Hofbauer Eine Zunahme mangelnder Erziehungskompetenz der Eltern nannte Jutta Strom-Haensch bei der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses als Gru...
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Josef Hofbauer

Eine Zunahme mangelnder Erziehungskompetenz der Eltern nannte Jutta Strom-Haensch bei der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses als Grund, warum im Landkreis Forchheim drei sogenannte Familienstützpunkte eingerichtet werden sollen. Entstehen sollen diese Kompetenzzentren für Erziehung am Mehrgenerationenhaus in Forchheim, am Mütterzentrum am Hasenberg in Ebermannstadt und im Gemeindehaus Neunkirchen am Brand.
Es gehe darum, den Eltern zu vermitteln, welche Fähigkeiten und Ressourcen notwendig seien, damit sie kompetent ihren Erziehungsaufgaben nachkommen können; sprich: die Entwicklung ihrer Kinder fördern und die Gesundheitsfürsorge für ihre Kinder wahrnehmen können. Eltern benötigten zunehmend Unterstützung, um die für ein gesundes Aufwachsen von Kindern notwendigen Kompetenzen zu erwerben.


Mit Stress umgehen lernen

Und weil Erziehung auch mit Stress zu tun hat, müssten die Eltern lernen, mit Stress umzugehen. Es müssten adäquate Lerngelegenheiten für Kinder gerade bei Familien mit Migrationshintergrund geschaffen werden. Die Kinder bräuchten Freiräume, um Dinge ausprobieren zu dürfen und Anreize, Dinge selbst zu erledigen.
Dabei sei es von besonderer Bedeutung, erläuterte Strom-Haensch, dass "niedrigschwellige Angebote" gemacht würden. Je höher die Hürden, desto schwieriger werde es, die angestrebten Zielgruppen auch zu erreichen. Ein Drittel der bestehenden Angebote sei den Eltern nicht bekannt.
Mütter und Väter wünschten sich zunehmend schriftliche Informationen über Erziehung und Familienangebote. Deshalb sollen besonders an den neu einzurichtenden Familienstützpunkten geeignete Informationsformen geschaffen werden. Dabei rücke das Internet als Plattform zunehmend in den Mittelpunkt. Einen Nachholbedarf sieht Strom-Haensch bei Gesundheitsangeboten und Erziehungsthemen bis hin zu Pubertät und Schule. Ansprechpartner seien Eltern-Kind-Gruppen ebenso wie Mütterzentren oder Kitas. Vorrangig sollten sich die Angebote an Migrantenfamilien und sozial benachteiligten Familien in den Kommunen des Landkreises orientieren.


Viele mit Migrationshintergrund

Besonders am Familienstützpunkt Forchheim, der am Mehrgenerationenhaus im Forchheimer Norden etabliert werden soll, liege der Schwerpunkt auf sozial benachteiligten Familien. Im Forchheimer Norden lebten auch die meisten Familien mit Migrationshintergrund. Im Gegensatz dazu sei das bisherige Bildungsangebot orientiert an den Eltern der sogenannten Mittelschicht.
Aber auch an den anderen Familienstützpunkten - ein Modellprojekt, das von April 2010 bis Juni 2013 vom Staatsinstitut für Familienforschung an der Bamberger Otto-Friedrich-Universität entwickelt wurde - sollen gemeinsam mit den Eltern Angebote entwickelt werden. Es gehe darum, dass sich Eltern und Erzieher sowie die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe auf Augenhöhe begegneten. Nur so könne Erziehung und Integration nachhaltig gelingen.
Die Mitglieder des Kreis-Jugendausschusses stimmten der Einrichtung von drei Familienstützpunkten zu. Gegenstimmen gab es keine.

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