Wiesenttal

Die unscheinbare Straßenglätte

In der Fränkischen Schweiz mussten die Autofahrer und Fußgänger auf der Hut sein. Ab Donnerstag, 21 Uhr, verwandelte einsetzender Regen die Straßen in gefährliche Rutschbahnen.
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Die Straßen wie hier auf der "Stüchter Höh'" zwischen Heiligenstadt und Aufseß erscheinen frei, doch kann dort derzeit tückische Glätte herrschen.  Foto: elvsch via inFrankenPix
Die Straßen wie hier auf der "Stüchter Höh'" zwischen Heiligenstadt und Aufseß erscheinen frei, doch kann dort derzeit tückische Glätte herrschen. Foto: elvsch via inFrankenPix
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Das Blitzeis in Oberfranken in der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat den Landkreis Forchheim weitgehend verschont. Die Streufahrzeuge waren seit Donnerstagabend unterwegs und sorgten mit dem Streusalz auf den Hauptstraßen in Stadt und Landkreis für weitgehend rutschfreie Fahrt.
Allerdings waren in der Nacht und am Morgen Nebenstraßen und Bürgersteige in vielen Orten spiegelglatt. Es ist die gemeinste Wetterlage im Winter: gefrierender Regen am Boden. Gegen 21 Uhr hatte einsetzender Regen die Straßen in Oberfranken in gefährliche Rutschbahnen verwandelt. Bei 23 Verkehrsunfällen im Bezirk gab es Blechschäden in einer Gesamthöhe von rund 50 000 Euro. Sieben gestürzte Fußgänger und ein Radfahrer mussten mit zum Teil schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht werden.


Autos bleiben hängen

Zahlreiche Fahrzeuge blieben an Steigungen hängen und konnten erst nach Eintreffen der Streufahrzeuge ihre Fahrt fortsetzen. Betroffen waren auch die Besucher einer Gaststätte am Festungsberg in Kulmbach, die ihren Aufenthalt unfreiwillig verlängern mussten, bis die steile Zufahrt abgestreut war.
In der Nacht zum Freitag war das Blitzeis bei minus 1,5 Grad Celsius besonders gefährlich, denn es war an vielen Stellen kaum zu erkennen. Es glitzerte nicht auf dem Boden, es gab oft gar keinen dicken Eispanzer. Trotzdem rutschte man selbst auf grobem Steinpflaster und rauen Schotterwegen aus. Wegen des Glatteises haben alle Schüler im Landkreis Bayreuth am Freitag schulfrei bekommen. "Natürlich ist die Nachricht für einige Schüler zu spät gekommen", sagte Schulrat Werner Lutz am letzten Tag vor den Weihnachtsferien. Diese Kinder wurden allerdings von Lehrern betreut, die unter geringerer Gefahr zu den Schulen hatten kommen können.
Die Entscheidung, alle Schulen in Stadt und Landkreis Bayreuth zu schließen, sei eine große Ausnahme, erklärte Lutz. "Aber es war wirklich eine durchgehende Eisfläche. Ich habe einige Fußgänger liegen sehen", sagte der Schulrat, "es ist also durchaus gefährlich." Auch die Müllabfuhr im Kreis Bayreuth hat sich dazu entschlossen, am Freitag nicht mehr zu fahren. Die Wege zu den Mülltonnen seien zu glatt. Die Touren sollen am Samstag nachgeholt werden.
Drei Unfälle wegen Glätte bei überfrierender Nässe mussten Streifen der Verkehrspolizei Bayreuth in der Nacht zum Freitag aufnehmen. Zunächst kam ein 51-jähriger Fürther mit seinem Opel auf der Fahrt nach Bayreuth an der A 9-Ausfahrt Schirradorf ins Schleudern. Das Fahrzeug schlug in die Mittelschutzplanke ein und kam schließlich total beschädigt auf dem Standstreifen zum Stehen.


Unfälle auf der Autobahn

Zwischen dem Parkplatz Sophienberg und der Ausfahrt Bayreuth-Süd kam kurze Zeit später ein 34-jähriger Württemberger mit seinem Renault nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte in die Schutzplanke.
Schließlich verlor eine 43-jährige Schweizerin auf der Fahrt in Richtung Süden bei Bayreuth die Kontrolle über ihren Toyota und krachte in die Betonleitwand.
Alle drei Fahrer blieben unverletzt. Sie erhalten in den nächsten Tagen Bußgeldbescheide wegen der nichtangepassten Geschwindigkeit. Es entstand ein Schaden von 15 000 Euro.
Der Deutsche Wetterdienst hatte am Donnerstagabend auch für den Landkreis Forchheim eine Warnung vor Glatteis ausgegeben. Erst ab Freitagmittag entspannte sich die Lage. Am Freitagnachmittag erfolgte dann die nächste Warnung vor Glatteis im Kreis Forchheim, und zwar von 16 Uhr bis voraussichtlich Samstag, 12 Uhr.
Helmut Fischer von der Polizeiinspektion Bamberg-Land zeigte sich am Freitag sehr zufrieden: Die Autofahrer im Kreis Bamberg seien sehr vorsichtig unterwegs gewesen. red
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