Coburg
Gesellschaftskritik 

Die tiefste Provinz

Die Theaterschmiede Coburg spielt wieder. Sie zeigt "Die deutschen Kleinstädter", ein Lustspiel von August von Kotzebue, eine spöttische Kritik an der Titel- und Ämtersucht, die es schon vor 200 Jahren gab.
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Darsteller bei der Probe  Foto: Rolf Schilling
Darsteller bei der Probe Foto: Rolf Schilling
Die Theaterschmiede (VHS Coburg) bringt von August von Kotzebue das Lustspiel "Die deutschen Kleinstädter auf die Bühne. Der deutsche Dramatiker August von Kotzebue lebte von 1761 bis 1819 und war ein überaus erfolgreicher, aber ebenso umstrittener Lustspieldichter in der Hochblüte der deutschen klassischen Dichtung. Sein Meisterwerk für die Sprechbühnen ist das Lustspiel "Die deutschen Kleinstädter". Die kleine Provinzstadt "Krähwinkel" - der Ort der Handlung - ist in Aufruhr: Ein Mann aus der Residenz - gar der König? - taucht in dem Städtchen auf und bringt vieles durcheinander. Dabei kommt er doch nur, um des Bürgermeisters Töchterchen, das er bei ihrem kurzen Besuch in der Residenz kennenlernte, zu heiraten.
Der Ort "Krähwinkel" ist innerhalb und außerhalb der Literatur zum traditionellen Begriff für provinzielle Beschränktheit geworden. Die Bühnenwirksamkeit des die Ämter und Titelsucht und manch kleinbürgerliche wie allgemein menschliche Schwächen verspottenden Lustspiels ist bis heute nicht verloren gegangen.


Anspielungen auf Coburg

Gerade die Sprache dieser Zeit - die "Theaterschmiede" spielt das Stück in einer alten Fassung - gibt der Aufführung eine besondere Note. Kleine Anspielungen auf Coburg würzen das Ganze.
Die Theatergruppe der VHS besteht seit vielen Jahren. In wechselnden Zusammensetzungen hat sich die "Theaterschmiede Coburg" schon viele Stücke erarbeitet und das Publikum begeistert.
Das neue Stück "Die deutschen Kleinstädter" hat am Donnerstag, 20. Oktober, um 20 Uhr im Gemeindezentrum St. Lukas, Coburg, Dr.-Hans-Schack-Straße 34, Premiere. Weitere Aufführungen sind am Freitag, 21. Oktober, und Samstag, 22. Oktober, jeweils um 20 Uhr, sowie am Sonntag, 23. Oktober, um 14.30 Uhr. Karten gibt es für sieben Euro an der Kasse. Regie führt der Theaterpädagoge Rolf Schilling. Vorbestellungen von Karten sind unter der Telefonnummer 09561/794689 möglich. red
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