Lichtenfels
Brauch 

Die schöne Geschichte vom Teilen

"Ich geh' mit meiner Laterne ..." - auch im Pfarrkindergarten Heilige Familie wird das Tun des Martin nachgespielt.
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"Ich geh' mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir": So sangen die Mädchen und Jungen des Pfarrkindergartens Heilige Familie am späten Donnerstagnachmittag auf ihrem Weg in die Pfarrkirche Heilige Familie.
In der Kirche hieß Pfarrer George Thottankara die Kinder, ihre Eltern, Großeltern und Geschwister herzlich willkommen. "Der Heilige Martin war ein ganz sympathischer Bischof. Er hat nicht nur seinen Mantel mit einem Bettler geteilt", erklärte der Geistliche den Kindern. Den Höhepunkt der kleinen Andacht in der Pfarrkirche bildete eine kleine Aufführung, in der die Geschichte des Heiligen Martin nachgespielt wurde.
Martin lebte in Ungarn. Als er 15 Jahre alt war, bekam er ein Schwert und einen warmen Mantel, erklärte Angelika Schnetter-Gleitsmann zu den Hintergründen der bekannten Geschichte. In einer kalten Nacht klopfte ein Bettler vergebens an die Haustüren derer, die es warm hatten. Doch niemand hatte Erbarmen mit ihm. Da kam Martin hoch zu Pferd vorbei und teilte seinen Mantel mit dem Bettler. Am Ende der kleinen Andacht segnete Pfarrer George Thottankara die Kinder und ihre Laternen, damit sie wie der Heilige Martin bereit sind, mit anderen zu teilen.


Bastelnde Papas

Funkelnde Kinderaugen und leuchtende Laternen waren anschließend beim Martinszug durch die Straßen am Breiten Rasen zu sehen. 75 Mädchen und Jungen waren mit ihren Laternen unterwegs, die ihnen ihre Papas zu Beginn ihrer Kindergartenzeit angefertigt haben. "Die Laternen haben ihnen ihre Papas und Opas an einem Bastelabend hergestellt", konkretisierte Kindergartenleiterin Erika Felix. Die stabilen, aus Holz gefertigten Laternen begleiten die Kinder während ihrer gesamten Zeit im Kindergarten.
Das Aquarell im Fensterausschnitt haben die Mädchen und Jungen selbst gemacht. Anders als früher werden heute keine Kerzen mehr verwendet. Aus Sicherheitsgründen spenden heute batteriebetriebene Kerzen das Licht im Dunkel der Nacht. Rund 300 Teilnehmer hatten sich eingefunden, um den Zug des Kindergartens zu begleiten. Darunter Eltern, Großeltern, weitere Verwandte und das eine oder andere ehemalige Kindergartenkind. Im Rießner Park erlebten die Kinder noch einmal die Geschichte vom Heiligen Martin. Eine Aufgabe, die schon seit Jahren Andreas Fröba mit seinem Pferd übernimmt, der selbst einmal den Pfarrkindergarten besuchte.
Wieder im Kindergarten angekommen, begann der gesellige Teil der Veranstaltung. Die Kinder durften sich über eine Martinsbrezel freuen, die bis auf dem letzten Krümel aufgegessen wurde.
Die Erwachsenen konnten sich mit einer Tasse Glühwein stärken und die Kinder am Kinderpunsch. Dass die Bewirtung reibungslos vonstatten ging, dafür sorgte der Elternbeirat unter seiner Vorsitzenden Marina Lamm. Ein Lagerfeuer spendete nicht nur Wärme, sondern auch Licht.
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