Lichtenfels
Neujahrsnacht 

Die orangefarbenen Aufräumer

Die Spuren des Feuerwerks zum Jahreswechsel sind unübersehbar - zunächst. Noch in derselben Nacht kehren Michael Grau und Michael Schulz den Abfall zusammen, so dass der Lichtenfelser Marktplatz am Morgen besenrein ist.
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Was in den Himmel hinaufzischt und nicht verbrennt, fällt als Müll auf die Erde zurück - und muss beseitigt werden.
Was in den Himmel hinaufzischt und nicht verbrennt, fällt als Müll auf die Erde zurück - und muss beseitigt werden.
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Punkt 0 Uhr eröffnete sich einem an manchen Plätzen der Korbstadt ein hoher Geräuschpegel. Raketen flogen in die Luft, Kracher wurden zerfetzt, Papier, Verpackungsmüll und Schwarzpulver lagen auf den Böden. Silvester heißt Krach und Bumm. Und Dreck. Doch gegen 8 Uhr waren die Straßen und Plätze vom Treiben der Nacht gesäubert. An einem Sonntag. Wie das?
Schsch, schsch, schsch. Und wieder schsch, schsch. Der Takt, den Michael Grau und Michael Schulz ausüben, ist gleichmäßig. Unweit der Stelle, an der sie kehren, steht in Richtung Oberes Tor ihr orangefarbenes Auto vom Bauhof, das nur zwei Plätze bietet und von ihnen durch die ausklingende Nacht bewegt wird. Zwei Luken lassen sich an einem Aufbau hinter den Fahrersitzen öffnen, dort hinein kommt das, was aufgekehrt wird.


Aufgeräumt wird umgehend

Seit 5 Uhr morgens sind die beiden Männer unterwegs, so wie noch fünf, sechs weitere Kollegen in noch zwei Fahrzeugen des Bauhofs. Und das am Sonntag, der zudem noch ein Feiertag ist. "Wir haben von keinem Fest etwas", sagt Michael Grau und lächelt. Ob Silvester, Weihnachts- oder Korbmarkt - alles schmutzt und hinterlässt Spuren, die baldigst und nicht erst, wie in diesem Jahr, an einem Montag beseitigt gehören.
Und so sind es die Männer und Frauen vom zu diesen Gelegenheiten eingerichteten Bereitschaftsdienst des Bauhofs, die das bewältigen. Die beiden Michaels sehen aber ihr Glück im "Unglück", denn: "Hätte es geschneit, hätten wir auch noch Winterdienst - dann wäre es mit drei Stunden Einsatz nicht getan."
Drei Stunden Einsatz heißt Feierabend um 8 Uhr. So die Schätzung, die auch Alexander Trütschel bestätigt. Er ist Bereitschaftsführer im Bauhof und fährt Plätze und Orte an, kontrolliert ihre Sauberkeit und gibt durch, ob noch Nachkehrbedarf besteht. Michael und Michael sind zuständig für Kernstadt. "Und wo uns der Kapo hinschickt."
Unterwegs kann es zu erfreulichen und unerfreulichen Begegnungen kommen. 2017 begann mit einer freundlichen. "Vorhin ist einer aus der Kneipe raus, der hat gesagt: Ich bin stolz auf euch. Aber es gibt auch Leute, die treten über den von uns zusammengekehrten Dreck", so Michael Schulz.
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