Bad Kissingen

Die nächste Spielzeit verspricht wieder, spannend zu werden

Mit einer herausragenden Aufführung von Charles Gounods selten gespieltem Werk "Cinq-Mars/Der Rebell des Königs" in Leipzig ist die Spielzeit 2016/2017 des ...
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Mit einer herausragenden Aufführung von Charles Gounods selten gespieltem Werk "Cinq-Mars/Der Rebell des Königs" in Leipzig ist die Spielzeit 2016/2017 des Opernrings Bad Kissingen zu Ende gegangen. Auch bei der 35. Spielzeit sind wieder bekannte und unbekannte Werke von acht verschiedenen Komponisten zu hören.
Am Samstag, 21. Oktober, fährt der Opernring nach Kassel zu "Die lustigen Weiber von Windsor", einer komisch-phantastischen Oper in drei Akten von Otto Nicolai. Der Text stammt von Salomon Hermann Ritter von Mosenthal nach dem gleichnamigen Lustspiel von William Shakespeare. Die Uraufführung hatte am 9. März 1849 am Königlichen Opernhaus in Berlin unter dem Dirigat des Komponisten stattgefunden.
Am Sonntag, 26. November, ist Nürnberg das Ziel des Opernrings. Dort wird "Les Troyens - Die Trojaner" gegeben. Es handelt sich um eine Grand Opéra in fünf Akten von Hector Berlioz. Auch das Libretto stammt vom Komponisten. Dem Dirigenten Rafael Kubelík und seiner vollständigen Aufführung des Werks in Covent Garden 1957 ist es zu verdanken, dass "Die Trojaner" heute neben Werken wie "Tristan und Isolde" von Richard Wagner oder "Othello" von Giuseppe Verdi stehen.
Am Sonntag, 17. Dezember, geht es erneut nach Nürnberg, zur Operette "Die lustige Witwe" von Franz Lehár. Das Libretto stammt von Leo Stein und Victor Léon nach der Komödie "L'attaché d'ambassade" (1861) von Henri Meilhac in der Übersetzung als "Der Gesandtschafts-Attaché" (1862) von Alexander Bergen.
"Dos is ka" Musik!", lautete das Urteil der Direktoren des Theaters an der Wien, als Franz Lehár ihnen 1905 seine Operette vorstellte. Sie prophezeiten dem mit Ironie und Erotik gewürzten Stück keinen Erfolg. Doch mit ihrer Einschätzung lagen die Wiener Theaterdirektoren falsch, denn besonders Franz Lehárs kosmopolitische, mit slawischen, wienerischen und pariserischen Anklängen angereicherte Musik ließ "Die lustige Witwe" nicht nur in den deutschsprachigen Ländern zum Kassenschlager avancieren.
Zu "Evita" fährt der Opernring am 6. Januar nach Meiningen. Oszillierend zwischen Dokumentation und Dramatisierung haben Andrew Lloyd Webber und sein Textdichter Tim Rice mit "Evita" ein Musical geschaffen, das seit seiner Premiere 1978 nichts an Strahlkraft eingebüßt hat und dessen Welthit "Don't cry for me, Argentina" nur eines der Highlights an mitreißenden melodischen Einfällen ist.


Fabulierfreude der Russen

Die Oper "Iwan Sussanin" von Michail I. Glinka führt den Opernring am 27. Januar nach Frankfurt. Die Uraufführung der ersten Fassung "Ein Leben für den Zaren" fand am 9. Dezember 1836 im Bolschoi-Theater in Sankt Petersburg statt. Die Frankfurter Bearbeitung stammt von Norbert Abels und Harry Kupfer. "Mir gefällt vor allem die Fabulierfreude der Russen. Sie haben eine ganz andere Vorstellung vom musikalischen Theater und eine ganz andere Dramaturgie", so Harry Kupfer, der die Oper in Frankfurt erstmals inszenierte.
Mit Rossini und Halévy schuf Giacomo Meyerbeer in den 1830er Jahren in Paris das Genre der Grand opéra. Der Opernring besucht "L'Africaine - Vasco da Gama" am 11. März in Frankfurt. In Deutschland gerieten die Gattung und ihr Protagonist durch Richard Wagners giftige Polemiken in Verruf. Jetzt erlebt Meyerbeer eine Renaissance - zumal sein letztes Werk erstmals in der rekonstruierten Fülle des ursprünglichen Materials zugänglich ist.
"La Traviata" in Leipzig steht am 22. April im Programm des Opernrings. Das Melodram in drei Akten bildet den Abschluss jener meisterhaften Operntrias, die Giuseppe Verdi in den Jahren 1850 bis 52 schrieb. Der Text stammt von Francesco Maria Piave nach dem Roman "Die Kameliendame" von Alexandre Dumas.
Letztes Ziel des Opernrings in dieser Saison ist Darmstadt. Gegeben wird "Cosi fan tutte", eine Oper in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart. Das Libretto stammt von Lorenzo Da Ponte. red
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