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Priesendorf

Die geplanten Windkraftanlagen lehnen 584 Priesendorfer Bürger mit Unterschrift ab

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Die Gesichter sprechen Bände: Joachim Loerke und Elfriede Böhnlein überreichen Bürgermeisterin Maria Beck (r.) eine Unterschriftenliste für ein Bürgerbegehren gegen Windräder bei Priesendorf. Foto: Anke Lau
Die Gesichter sprechen Bände: Joachim Loerke und Elfriede Böhnlein überreichen Bürgermeisterin Maria Beck (r.) eine Unterschriftenliste für ein Bürgerbegehren gegen Windräder bei Priesendorf. Foto: Anke Lau

von unserer Mitarbeiterin  Anke Lau

Priesendorf — Die Gemeinde im Aurachtal im Steigerwald will bis 2035 energieautark sein, deshalb trat sie vor mehr als vier Jahren der Klima-Allianz von Stadt und Landkreis Bamberg bei. Ein großer Schritt in diese Richtung könnte mit einem Windrad gemacht werden, dass auf der Gemarkung Priesendorf im Vorranggebiet 135 errichtet werden soll, betonte Bürgermeisterin Maria Beck (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Ein Bauantrag für die Errichtung von zwei Windenergieanlagen (eines davon auf der Gemarkung Trunstadt im selben Vorranggebiet) liegt dem Bamberger Landratsamt vor. Doch es scheint, dass nicht alle Priesendorfer Bürger dieses Windrad wollen. Jetzt haben Joachim Loerke und Elfriede Böhnlein dem Gemeinderat eine Liste mit 584 Unterschriften übergeben, damit die Verwaltung ein Bürger- oder ein Ratsbegehren gegen den Bau von Windrädern in der Nähe von Priesendorf einleitet. Bis zur nächsten Sitzung, voraussichtlich am 17. Juli, hat die Verwaltung Zeit, zu prüfen, ob ein Bürger- oder ein Ratsbegehren zulässig ist.
Zuvor hatte der Gemeinderat Stellung zum Bauantrag genommen, ebenso wie bereits die Gemeinden Viereth-Trunstadt und Lisberg. Über den Bauantrag an sich hat das Landratsamt aus Baugenehmigungsbehörde zu entscheiden, Priesendorf erklärte nun das Einvernehmen.
Bereits im Mai 2012 hatte sich der damalige Gemeinderat einstimmig für die Nutzung der Windkraft im Vorranggebiet 135 ausgesprochen, erläuterte Beck den neuen Gemeinderäten sowie den Zuhörern. Das Vorranggebiet wurde damals bewusst verkleinert, um der Ortschaft die Möglichkeit zu erhalten, weiter zu wachsen. So sei auch gewährleistet, dass die aktuell gesetzlich vorgeschriebenen Abstände zu Wohngebieten gewahrt bleiben. Nach derzeitiger Planung liegen sie zwischen 1186 und 1406 Metern. Die vom bayerischen Ministerpräsidenten geforderte Abstandsvergrößerung ist im Bundestag noch nicht beschlossen worden. Sollte es dazu kommen, beauftragt die Gemeinde das Landratsamt in ihrer Stellungnahme mit der erneuten Prüfung der im Bauantrag angegebenen Abstände. Außerdem sollte die Eiswurfgefahr durch technische Einrichtungen vermieden werden.
Ebenso wie die Lisberger Gemeinde erwartet Priesendorf die Synchronisation der Blinklichter an den Windkraftanlagen. Zweiter Bürgermeister Hans-Peter Prämaßing (CSU) fügte hinzu, die Fachbehörden sollen prüfen, ob von Schmierstoffen eventuell eine Gefahr für die Bevölkerung ausgeht. Die Verwendung von schädlichen Stoffen sollte untersagt werden. Mit diesen Auflagen erteilte der Gemeinderat einstimmig sein Einvernehmen zum Bauantrag.

Bürgermeisterin enttäuscht

Hans-Peter Prämaßing vermutete, es werde immer Leute geben, die, mit welcher Energieform auch immer, unzufrieden seien. Gemeinderat Jürgen Gnech (FW) mahnte, man sei es den Kindern und Enkeln schuldig, von der Atomkraft abzurücken. Windräder könnten rückstandsfrei rückgebaut werden, Atomkraftwerke nicht. Die Bürgermeisterin bedauerte, dass sich die Bürgerschaft streite und aufspalte in Befürworter und Gegner der Windkraft. Dann nahm sie die Unterschriftenliste entgegen, die Joachim Loerke zusammen mit Manfred und Elfriede Böhnlein in den letzten Wochen zusammentrug.

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