Kronach

Die gemeinsame Heimat verbindet

von unserem Mitarbeiter Rainer Glissnik Kronach — Es ist ein positives Beispiel für das Zusammenwachsen Europa: Die Vertriebenen des einstigen Kreises Podersam-Jechnitz und deren N...
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Von 1918 bis 1938 zierte ein zweisprachiges Schild die Ortschaft Kryry, vormals Kriegern. Uta Bräuer von der "Podersamer Heimatstube" begeisterte die Gäste aus dem heutigen Tschechien, als sie ihnen ein Originalortsschild aus der Vergangenheit präsentierte. Mit im Bild Bürgermeister Miroslav Brda. Foto: Rainer Glissnik
Von 1918 bis 1938 zierte ein zweisprachiges Schild die Ortschaft Kryry, vormals Kriegern. Uta Bräuer von der "Podersamer Heimatstube" begeisterte die Gäste aus dem heutigen Tschechien, als sie ihnen ein Originalortsschild aus der Vergangenheit präsentierte. Mit im Bild Bürgermeister Miroslav Brda. Foto: Rainer Glissnik
von unserem Mitarbeiter Rainer Glissnik

Kronach — Es ist ein positives Beispiel für das Zusammenwachsen Europa: Die Vertriebenen des einstigen Kreises Podersam-Jechnitz und deren Nachkommen nähern sich immer intensiver an die heutigen tschechischen Einwohner an.
Nachdem vor einigen Jahren schon eine Schülergruppe aus Podersam-Jechnitz in Kronach weilte, kamen jetzt das Lehrerkollegium mit Direktorin Hany Lenerová an der Spitze und der Bürgermeister von Kryry (einst Kriegern), Miroslav Brda, zu Besuch.

400 Vertriebene in Kronach

1946 kamen rund 400 Vertriebene aus dem damaligen Kreis Podersam nach Kronach, erläuterte Uta Bräuer, die Betreuerin der hiesigen "Podersamer Heimat stube", die seit 1986 besteht.
Stellvertretende Bürgermeisterin Angela Hofmann hieß die sehr interessierten Gäste herzlich willkommen. Kronach habe die Patenschaft sehr gerne übernommen. Gerade die Bereiche Kunst und Kultur bereiteten einen guten Boden für Völkerverständigung und Miteinander. Die gemeinsame Heimat und Kultur seien auch heute eine ganz starke Verbindung.
Kryry ist eine Stadt im ehemaligen Landkreis Podersam. Bürgermeister Miroslav Brda war schon einmal in Kronach. Zuletzt mit Schülern, jetzt mit Lehrkräften. Er sah eine gute Zukunft für die beiderseitigen Beziehungen. Der einstige gegenseitige Hass müsse vorbei sein, wünschte er sich. Der Blick nach vorne weise auf ein neues Zusammenleben in einem gemeinsamen Europa hin.

Altes zweisprachiges Ortsschild

Interessiert studierten die Gäste die vielfältigen Dokumente und Bilder. Besonders begeisterte ein altes Ortsschild in beiden Sprachen, das von 1918 bis 1938 am Stadteingang von Kriegern (Kryry) hing.
Natürlich wurden auch Kronach und die Festung Rosenberg besichtigt. Maßgeblich waren jedoch die zwischenmenschlichen Kontakte. Alle freuten sich, dass diese Initiative vom "Adalbert-Stifter-Verein - Kulturreferat für die böhmischen Länder" tatkräftig unterstützt wird.
Spürbar wachsen ehemalige und heutige Bewohner zusammen. Eindrucksvoll ist das Interesse der tschechischen Bevölkerung an den einstmals deutschen Mitbewohnern und der letztendlich gemeinsamen Geschichte. Dabei bleiben beide Seiten nicht in der interessanten und bewegenden Vergangenheit hängen, sondern arbeiten gemeinsam an einer verbindenden Zukunft.

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