Egloffstein

Die geheimnisvolle Welt der Egloffsteiner Felsenkeller

von unserem Mitarbeiter Reinhard Löwisch Egloffstein — Michael Wirth ist der Vorsitzende des Egloffsteiner Tourismusvereins. Mit großem Engagement setzt er sich für die touristisch...
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Michael Wirt (l.) führt durch die Keller.  Foto: Reinhard Löwisch
Michael Wirt (l.) führt durch die Keller. Foto: Reinhard Löwisch
von unserem Mitarbeiter Reinhard Löwisch

Egloffstein — Michael Wirth ist der Vorsitzende des Egloffsteiner Tourismusvereins. Mit großem Engagement setzt er sich für die touristische Weiterentwicklung der Gemeinde ein. Dazu gehört für ihn auch eine Führung durch die berühmten Felsenkeller. Die Felsenkeller sind immerhin ein Alleinstellungsmerkmal der Gemeinde Egloffstein.
Im Unterschied zu den Forchheimer Annafest- und Pretzfelder Bierkellern wurden die Egloffsteiner Keller laut Wirth ursprünglich zum Sandabbau genutzt, der bis 1940 hier möglich war - und eben nicht primär zum Lagern von Bier. Deshalb ist auch der Hübschmann-Keller einer der längsten, denn die Familie betrieb ein Baugeschäft und eine Ziegelei; da konnte sie den Sand immer gut gebrauchen.


Vorsicht mit dem Kopf

Es wird nach wenigen Metern dunkel und eng, wenn man die Keller unterhalb der Raiffeisenbank betreten hat. Viele kleine Kerzen am Boden, die Wirth kurz vor der Führung angezündet hat, weisen den Weg.
Wer 1,80 Meter und größer ist, muss schon gebückt laufen, um nicht seinen Kopf anzustoßen. "Es ist das ganze Jahr zehn Grad kalt", erklärt Michael Wirth, das ganze Jahr über. Michael Wirth erklärt die geologischen Besonderheiten, die dazu führten, dass unterhalb der Tonschicht ausgerechnet hier Sand abgebaut werden konnte: Der weißliche Sand fand Verwendung für Fußböden und Silberbesteck, der rötliche fürs Bauen. Verteilt auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern sind derzeit insgesamt 700 laufende Meter Sand-Keller erschlossen.
Es gab laut Wirth sogar eine zweite Etage tiefer im Hang und oberhalb der jetzigen Keller. Bei der jüngsten Stützmauererrichtung vor einigen Jahren sind deren Eingänge mit Wissen der Rechtler jedoch zugemauert worden, um die Gefahr der Verletzung durch Einstürze zu minimieren. Das Gerücht, es gibt einen Keller, der 40 Meter steil bergauf hinauf zur Burg führt, konnte bis heute nicht bewiesen werden. Auch der Burgherr, Albrecht Freiherr von und zu Egloffstein, dessen Familie bis zur Säkularisation Eigentümer der Keller war, fand keine Nachweise auf eine Existenz in seinen Unterlagen, berichtet Michael Wirth.


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