Motten

Die ganze Gemeinde ist von Südlink betroffen

Bezüglich Südlink ist "die Katze aus dem Sack" sagte Bürgermeister Jochen Vogel während der Gemeinderatssitzung. Die Vorschläge sind auf drei größere Korrid...
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Bezüglich Südlink ist "die Katze aus dem Sack" sagte Bürgermeister Jochen Vogel während der Gemeinderatssitzung. Die Vorschläge sind auf drei größere Korridore verteilt. War bislang von den Mottener Ortsteilen nur Speicherz betroffen, ist es nun die ganze Gemeinde.
Allerdings war bislang von 70 bis 80 Meter hohen Masten die Rede, nun gelte die "garantierte Erdverkabelung". Dies sei als Erfolg zu werten. Die Gemeinde sei nun "aufgefordert, ihre Belange vorzubringen". Als Gemeinde zusammen mit Rhönlink und dem Landkreis sei man "gefordert, dass wir mit möglichst wenig Schaden davonkommen", so Vogel. Zwar sei Tennet gut informiert, doch wo kleinere Wasser- oder Vogelschutzgebiete vorkommen, müssen das die Gemeinden nun in die Planungen einfließen lassen.


Es wächst Gras drüber

Landrat Thomas Bold sprach von einem "massiven Eingriff", doch "wenn - im wahrsten Sinne des Wortes - Gras drüber gewachsen ist, sieht man nichts mehr". Die Erdverkabelung sei "wesentlich verträglicher", obwohl die Landwirtschaft Eingriffe werde hinnehmen müssen. Bold hält die Wahrscheinlichkeit, dass der Landkreis betroffen sein wird, für hoch.
Über Offenbach und Frankfurt sei "so gut wie kein Durchkommen", und die A 7 scheide bei Erdverkabelung aus, da die Strecke durch viel Wald und Naturschutzräume verlaufe sowie auf Grund der Topographie schwierig sei. Bold geht von einer Stammstrecke nach Grafenrheinfeld aus. In der Phase nach der Veröffentlichung seien in jedem Landkreis Informationsveranstaltungen geplant, so auch in Oberthulba für den Landkreis Kissingen.
Die Energien müssen nun als "für uns gute Lösungen" eingesetzt werden, so Bold. Diskussionen über den Bedarf zu führen sei verschwendete Energie. Auch Bürgermeister Jochen Vogel machte klar: "Der Bedarf ist politisch entschieden." Die Power-to-gas-Möglichkeit sei durch den Koalitionsvertrag "hinfällig geworden".


1,5 Meter tiefe Gräben

Gemeinderat Dominik Bös (WG Motten) erkundigte sich nach den Dimensionen der Trasse. Die Gräben werden 1,50 Meter tief sein, erläuterte Thomas Bold. Wie viele Kabel verlegt werden, sei abhängig von deren Leitfähigkeit. Bislang müsse man von vier 380-kV-Kabel-Paaren ausgehen. Wie Entschädigungen gehandhabt werden, wird momentan verhandelt. So, wie die Korridore auf dem Papier zu sehen sind, müsse nicht das Endergebnis sein. Durch Siedlungsgebiete würden die Leitungen nicht gehen, Siedlungsgebiete "haben den größten Raumwiderstand".
Keinen großen Widerstand boten dem Biber ein paar Bäume am Sauerbrunnen in Kothen. Der Biber hat mehrere gefällt, berichtete Dominik Bös. Bürgermeister Jochen Vogel hat bereits Kenntnis davon und den Vorfall an die Untere Naturschutzbehörde weitergeleitet. Diese wolle sich vor Ort ein Bild machen. Das Biber-Revier am Pilster mache keine Probleme, aber im Ortsbereich gehe das nicht, sagte Vogel.

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