Coburg

Die erneute Grundsatzdiskussion nervt

"Sind wir noch von dieser Welt?", hat CSB-Stadtrat Hans-Heinrich Ulmann am Mittwoch in der Sitzung des Bau-und Umweltsenats genervt und entrüstet gefragt. V...
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"Sind wir noch von dieser Welt?", hat CSB-Stadtrat Hans-Heinrich Ulmann am Mittwoch in der Sitzung des Bau-und Umweltsenats genervt und entrüstet gefragt. Vorausgegangen war eine ausführliche und ausschweifende Diskussion über das geplante Bürgerhaus im Stadtteil Wüstenahorn, das am Ufer des Wolfgangsees entstehen soll. Dabei sah die Tagesordnung doch nur die "Beauftragung der Planer und Fachplaner" vor. Ungeachtet dessen rutschten die Wortbeiträge ins Grundsätzliche ab.
Vor sieben Jahren wurde die Idee eines Bürgerhauses in Wüstenahorn geboren. Es soll im Projekt "Soziale Stadt" verwirklicht werden. Daher hat das Bürgerhaus den Status eines "Schlüsselprojekts", so Ulrich Pfuhlmann von der Wohnbau der Stadt. In der Vergangenheit wurde geplant, um die Finanzierung gestritten, die Förderung bei der Regierung von Oberfranken ausgehandelt und ein Architektenwettbewerb mit zehn Planungsbüros veranstaltet. Aber die veranschlagten Kosten sind aus dem Ruder gelaufen und die drei Preisträger des Architektenwettbewerbs waren aufgefordert, ihre Planungen schlanker und sparsamer zu machen.
Das Büro Studio Gründer Kirfel, Bedheim, beauftragte der Bau- und Umweltsenat schließlich doch mit der Entwurfsplanung und einer detaillierten Kostenberechnung. Diese Planer hatten eine Einsparung von rund 100 000 Euro nachgereicht und halten sich am ehesten an den Kostenrahmen. Insgesamt wird das Bürgerhaus rund zwei Millionen Euro kosten.
Besonders der relativ geringe Anteil der Bauausführung nach dem energetischen Passivhausstandard von etwa fünf Prozent ließ die Mitglieder des Bausenates zweifeln. Gebe es nicht ein Bürgerhaus in der Fröbelstraße?, eröffnete CSU-Stadtrat Jürgen Oehm einen ganzen Fragenkatalog. Welche Kosten müsse die Stadt für den Betrieb übernehmen, wer betreibe das Bürgerhaus und sei der Passivhausstandard überhaupt nötig?
Das rief SPD-Stadtrat Andreas Gehring auf den Plan: Der CSU-Kollege nörgle immer nur an dem Passivhausstandard herum. Man solle doch die Fachplaner ihre Arbeit machen lassen, dann könne der Senat immer noch Änderungen bewirken. Ins gleiche Horn stieß Hans-Heinrich Ulmann, dem eine erneute Grundsatzdiskussion deutlich missfiel. Schließlich sei das Projekt vom Stadtrat gewollt und beschlossen worden. "Die Wüstenahorner warten darauf", ergänzten Bürgermeisterin Birgit Weber und Mathias Langbein (SBC).
Der Auftrag an das Planungsbüro erging einstimmig. cw

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