Bad Staffelstein

Die Zeit in Bildern eingefangen

Vernissage  Die Kulturinitiative Bad Staffelstein versucht nicht Sichtbarem Form zu geben.
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Die aktuelle Themenausstellung der KIS steht unter dem Motto "Mythos Zeit".  Fotos: Gerda Völk
Die aktuelle Themenausstellung der KIS steht unter dem Motto "Mythos Zeit". Fotos: Gerda Völk
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von unserer Mitarbeiterin Gerda Völk

Bad Staffelstein — Die aktuelle Themenausstellung der Kultur-Initiative Bad Staffelstein (KIS) steht unter dem Motto "Mythos Zeit". 13 Künstler zeigen noch bis Sonntag, 5. Oktober, in den Räumen der Alten Darre und des Stadtturms ihre Werke.
Das Motto setze sich aus den beiden Wörtern Mythos und Zeit zusammen, betonte Hermann Hacker, der Vorsitzende der KIS, bei der Ausstellungseröffnung am Freitag deutlich. Dem Wort Mythos hafte etwas Geheimnisvolles an. Dagegen sei die Zeit, wie Raum, Gravitation und Schwerkraft, nur schwer greifbar. Kein einfaches Thema also, welches aber gleichzeitig höchst interessant und vielseitig für eine künstlerische Betrachtungsweise sei.
Einige Bilder seien nicht auf dem ersten Blick erschließbar, da Zeit ein weites Feld sei, erläuterte Anton Köcheler, Kunsterzieher am Meranier-Gymnasium Lichtenfels und Leiter des Arbeitskreises "Kunst" der KIS. Köcheler näherte sich dem Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln an. Zeit als physikalische Größe, die mit der Erfindung der Uhr messbar wurde. Zeit mag zwar Wunden heilen, sei aber ein schlechter Kosmetiker. Und ein Kind erlebe Zeit anders als ein Erwachsener.
Auch die Philosophie hat sich dem Thema angenommen. Und wie Köcheler anhand von einer kleinen Exkursion in die Kunstgeschichte deutlich machte, haben sich Künstler zu allen Zeiten mit dem Thema beschäftigt. Von der Kunst der Antike über die Renaissance, dem Klassizismus bis zur Neuzeit. Von Salvador Dali dürften die zerfließenden Uhren noch in Erinnerung geblieben sein.

Unterschiedliche Perspektiven

Auch die ausstellenden Künstler haben sich mit dem Mythos Zeit aus unterschiedlichen Perspektiven, Betrachtungs- und Arbeitsweisen auseinandergesetzt. Anton Köchelers Aquarell "Steinzeit" zeigt eine Reihe von verschieden gearteten Kieselsteinen, die mit einem Geflecht von Quarzadern durchzogen sind. Objekte, die in Millionen von Jahren als eine Art grafische Abbildung des Erdzeitalters entstanden sind.
Fotografien, die die Zeit nicht nur abbilden, sondern auch inszenieren, zeigt Fotograf Herrmann Hacker. Obwohl der Zahn der Zeit schon deutlich an dem alten Gebäude nagt, besitzt es eine morbide Schönheit. Ebenfalls von Hacker ist die Detailaufnahme eines alten ausgemusterten Traktors. Eine Kaffeekanne, wie sie in tausenden von Haushalten zu finden ist und eine ebenso beliebige Kaffeetasse inspirierten Clemens Muth zu seiner Aufnahme "Auf eine Tasse Kaffee". Der Fotograf vermittelt damit den Faktor Zeit, als kostbaren Moment der Auszeit, des Innehaltens und Kräftetankens.
Mahlzeit nennt Claudia Scheler ihre beiden in Mischtechnik entstandenen Bilder. Von den beiden komplett in weiß gehalten Exponaten hat die Künstlerin eines mit einen Besteck versehen, das zweite mit einer Playmobil-Figur. Kräftige Farben verwendet die Künstlerin dagegen in "Lebenszeit" und "U(h)rzeit".
Was macht Zeit aus einem Menschen, dessen Erdendasein mit der Geburt beginnt und mit dem Tod endet? Dieser Frage geht Helga Blomeier aus Lichtenfels in ihren Portraits nach. Schon ihre Bildtitel verdeutlichen den Zeitfaktor. "Noch viel Zeit" scheint das Kind mit dem gelben Kleidungsstück zu besitzen. "In den besten Jahren" ist dagegen die mittlere Abgebildete und die "Zeitspuren" bilden sich im Gesicht der dritten Person ab. Bilder, wie sie auch das Leben zeichnet.
Zeit als messbaren Faktor hat Olga Rehm in einer Art abstrakten Sanduhr eingefangen. Die noch verfügbare Zeit dokumentiert sie in hellen Farben mit leichtem Pinselstrich, die Vergangenheit als zähe dunkle Masse.

Bis 5. Oktober

Dies sind nur einige Beispiele der künstlerischen Umsetzung des Themas Mythos Zeit. Die Ausstellung ist noch bis zum 5. Oktober in den Räumen der KIS in der Alten Darre und im Stadtturm zu sehen, jeweils Donnerstag, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

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