LKR Haßberge

Die Würde der internationalen Gemeinschaft ist in Gefahr

W urde es endlich erreicht? Wir haben wieder Sicherheit in unserem Land. Die Grenzen sind dicht. Europa hat wieder seine Festung errichtet. Kein Durchkommen...
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W urde es endlich erreicht? Wir haben wieder Sicherheit in unserem Land. Die Grenzen sind dicht. Europa hat wieder seine Festung errichtet. Kein Durchkommen durch Grenzen mit Stacheldraht, Tränengas, Gewalt.
Und das gegenüber Menschen, die auf der Flucht sind vor Krieg, Gewalt, Zerstörung. Und wir? Sind wir froh, dass die Grenzen wieder dicht sind, dass wir wieder ein einigermaßen geregeltes Leben hier haben? Haben diejenigen ihr Ziel erreicht, die Hass schüren?
Die Politiker, die gerne die Worte wie Obergrenze, Flüchtlingswelle in den Mund genommen haben und für eine Verschärfung des Asylgesetzes eingetreten sind? Die ihre Grenzzäune hochgezogen haben? Die die Flüchtlinge als Wirschaftsflüchtlinge bezeichnen? Wo sind wir gelandet? Wo Menschen abwertend als Gutmenschen bezeichnet werden, weil sie helfen, weil sie sich für diese Menschen einsetzen? Wir reden immer von einem christlichen Europa, sind wir das noch?
Wo sind unsere "hochgepriesenen" Werte, an denen sich auch Flüchtlinge orientieren sollen?
"Die zerstörten Leben stellen die Würde der internationalen Gemeinschaft bloß", sagt Papst Franziskus mit Blick auf die vielen Opfer, die den Weg über das Meer nicht geschafft haben. "Wir laufen Gefahr, unsere Menschlichkeit zu verlieren."
Worin besteht sie, die Würde der internationalen Gemeinschaft? Verlieren wir unsere Menschlichkeit? In den Nachrichten von Logo, einer Nachrichtensendung für Kinder, wird regelmäßig über die Situation von Flüchtlingen in unserem Land und an der Grenze berichtet.
Viele Kinder sehen diese Sendungen. Sehen, wie Flüchtlinge bei uns Fuß fassen, sehen, dass es Menschen sind mit Haut und Haaren, mit Hoffnungen und Angst, mit Freude Trauer - wie wir. Werden uns unsere Kinder mal fragen: Warum habt ihr nicht geholfen? Wir sind ein reiches Land. Wir haben Platz. Sie sehen auch die Situation und die Not der Flüchtlinge an der Grenze und ihre Hilflosigkeit.
Ich weiß, über vieles müsste man in diesem Zusammenhang noch reden, dafür ist hier kein Platz, aber vielleicht in ihren Familien, in den Gemeinden, in der Schule.


Auf Flüchtlinge zugehen!

Oder gehen Sie mal auf Flüchtlinge zu! Kommen Sie in Kontakt mit Flüchtlingen, nur so können diese einen Platz in unserer Gesellschaft finden und bei uns Ängste abgebaut werden.

(Rudi Reinhart ist Gemeinderefent der Pfarreiengemeinschaft Am Weinstock Jesu in Zeil.)
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