Lichtenfels
Berufsbild 

Die Welt mal im Hohlspiegel sehen

Der eine Million Euro teure Infotruck der Metall- und Elektroindustrie steht im Pausenhof der Herzog-Otto-Mittelschule.
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Physikalische Zusammenhänge konnten an einem Hohlspiegel nachvollzogen werden. Rechts im Bild Berater Norbert Ammon.  Foto: Gerda Völk
Physikalische Zusammenhänge konnten an einem Hohlspiegel nachvollzogen werden. Rechts im Bild Berater Norbert Ammon. Foto: Gerda Völk
Zwei Etagen hoch, über 17 Meter lang und 430 PS stark: Der Infotruck der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände. Auf einer Gesamtfläche von 85 Quadratmeter n will der Infotruck Schüler über die Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsbilder in der Metall- und Elektroindustrie informieren und ihr Interesse an Technik wecken. Seit gestern steht der Truck auf dem hinteren Pausenhof der Herzog-Otto-Mittelschule.
Darin lernten die Schüler nicht nur, welche Berufe die Branche für sie bereithält, sondern können sich auch ganz praktisch ausprobieren. In den ersten Unterrichtsstunden durfte die Klasse 8dM von Lehrer Gerhard Waldschütz die zahlreichen Möglichkeiten des gut eine Million Euro teuren Gefährts in Augenschein nehmen. Als Berater führten Norbert Ammon und Verena Kastenhuber durch die einzelnen Bereiche. Dazu wurde die Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt. Während die eine Hälfte in der oberen Etage einige Berufe der Branche kennenlernte, experimentierte die andere Hälfte im sogenannten Aktiv-Center im Erdgeschoss des Trucks.
Die im Physikunterricht gelernten physikalischen Zusammenhänge konnten an einem Elektromotor und an einem Hohlspiegel nachvollzogen werden. Während Ammon neben dem Spiegel stand, waren die Jugendlichen darin ziemlich verzerrt und auf dem Kopf stehend zu sehen. Welchen Einfluss die Lampe auf den Hohlspiegel hatte, darüber konnten sich die Schüler an einer Infotafel informieren. An einer computergesteuerten Fräsmaschine bot sich die Möglichkeit ein Muster in einen Aluminiumwürfel zu fräßen. Bei der Eingabe in das Programm unterstützte Ammon die Jugendlichen mit praktischen Tipps. Der Würfel gehörte dann anschließend der Klasse.


Klassenzimmer im Obergeschoss

"Ich will den Stromkreislauf kapieren", hatte sich ein Schüler an einer weiteren Station fest vorgenommen. Hier ging es um Dinge wie Reihen- und Parallelschaltungen. Mit seinen in einer Reihe stehenden Bänken und Stühlen und der Multimedia-Ausstattung erinnerte das Obergeschoss des Infotrucks dann schon eher an ein Klassenzimmer.
Bei Verena Kastenhuber gab es anhand von ausgewählten Beispielen Tipps zur Berufswahl. Welche Voraussetzungen muss ein junger Mensch mitbringen, der den Beruf des Zerspanungsmechanikers oder eines Elektronikers für Geräte und Systeme lernen will? Wie schaut das jeweilige Tätigkeitsfeld aus und welche Bedeutung hat der Job für den Ausübenden? Über einen Teil der Fragen gaben Filme Auskunft, andere wurden in einem Gespräch nachbearbeitet.
Bei der Berufswahl sollte auch das künftige Gehalt in die Überlegungen einbezogen werden, schließlich will man davon leben. Auch Mädchen hätten in technischen Berufen sehr gute Chancen, machte Verena Kastenhuber deutlich.
Wer nicht an einer Maschine stehen möchte, könnte dann immer noch Industriekauffrau lernen.
Der Infotruck versteht sich als Bindeglied zwischen den Schulen und den bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgebern. Er ist seit November 2004 auf Achse und regelmäßig zu Gast an bayerischen Mittel- und Realschulen sowie bei Berufsinformationsmessen.
Für interessierte Lehrstellensuchende hält der Infotruck noch ein Schmankerl bereit. Sie können sich Adressen von Unternehmen der Branche mit ihren Ausbildungsangeboten und den zuständigen Ansprechpartnern ausdrucken lassen und mitnehmen.
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