Gößweinstein
Geschichte 

Die Welt liegt hier zu Füßen

Der Dichter Joseph Victor von Scheffel lobte im 19. Jahrhundert die Ansicht von Gößweinstein, wobei ihm die riesige Basilika im Verhältnis zur kleinen Burg auffiel. Er stellte fest, dass man dafür "manch Pfund Heller" verbrauchte.
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Die Tafel am Eingang zur Burg Gößweinstein Foto: Reinhard Löwisch
Die Tafel am Eingang zur Burg Gößweinstein Foto: Reinhard Löwisch
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Zur elften Tafel führt unsere Serie "Literarischer Spaziergang: Auf den Spuren von Joseph Victor von Scheffel in der Fränkische Schweiz". Der Standort: am Platz vor dem Eingang zur Burganlage Gößweinstein.
Eine zweite gleichlautende Tafel steht an der B 470 im Wiesenttal auf einem Parkplatz, von dem man aus die Burg sehen kann. Der Vers lautet:

Wer dich, o Goswinstein erbaut,
Verbrauchte manch Pfund Heller...
Sigiza, alte Knappenbraut,
Führt uns zum steilen Söller!
Wer hoch dort ob dem Abgrund schwebt,
Dem liegt die Welt zu Füßen,
Und wer vor Runzeln nicht erbebt,
Darf die Sigiza küssen.

Anerkennend lobt Scheffel die Ansicht von Gößweinstein, bei der neben der im Verhältnis kleinen Burg die riesige Basilika steht. Damit meint er sicherlich den Ausspruch "...verbrauchte manch Pfund Heller".
Zur Zeit Scheffels gab es diese Währung nicht mehr, sondern "fl.", die Abkürzung für Gulden und Taler, je nachdem, in welchem Königreich man unterwegs war. Erst ab 1871 gab es offiziell eine deutsche und damit einheitliche Währung.
Von der Burg genießt Scheffel damals einen freien Blick auf das vor ihm liegende Wiesenttal mit der Stempfermühle, die ihm einen eigenen, besonderen Vers wert war. Den Namensträger des Ortes und der Burg "Goswin" gab es schon im 12. Jahrhundert.
Die heutige Burg ist im 18./19. Jahrhundert auf den Grundfesten der alten Burg entstanden und wie Pottenstein im Zuge der Säkularisation 1803 vom Bistum Bamberg zum Königreich Bayern gekommen. Bis 1875 war es Sitz des Rentamtes Pottenstein. In jenem Jahr hat der Staat das Anwesen an Edgar Freiherr von Sohlern verkauft.

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