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Bamberg
Konversion 

Die "Schwarzbauten " sind gefragt

Der Konversionssenat informierte sich über den Sachstand zu den alten amerikanischen Siedlungen. Vor der Vermarktung der Offizierssiedlung gibt es aber noch große Hürden.
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Das Luftbild zeigt links die Offizierssiedlung (dunkle Dächer) und rechts die Natosiedlung. Fotos: Ronald Rinklef
Das Luftbild zeigt links die Offizierssiedlung (dunkle Dächer) und rechts die Natosiedlung. Fotos: Ronald Rinklef
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Nach dem Erwerb des Lagarde-Geländes durch die Stadt gehen die Verhandlungen mit der Bima (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) weiter. Roland Huber, der vor dem Konversionssenat für das Planungsbüro Drees & Sommer in der vergangenen Woche das Konzept eines Investorenauswahlverfahrens vorstellte, sagte in diesem Rahmen: "Es gibt keine Kommune, die mit der Bima einig ist." Bamberg sei im Vergleich zu anderen Städten enorm schnell.


Erst kommt ein Radweg

Für die Offizierssiedlung an der A 73 liegt der Bima mittlerweile eine Wertindikation vor, der die Behörde zustimmen muss, damit das Wertgutachten angefertigt werden kann. Die Stadt will zunächst nur die Fläche für den zukünftigen Fuß- und Radweg erwerben. Dieser wird Birkenallee und Kastanienstraße parallel zur Pödeldorfer Straße miteinander verbinden. Der Bau, inklusive neuer Zugänge zur Siedlung, ist für Ende August vorgesehen.
Dem Senat lag ein Antrag der BuB-Stadträtin Daniela Reinfelder vor. Die BuB sieht - wie auch SPD, GAL und BBB - in den Offiziershäusern eine willkommene Möglichkeit, die hohe Nachfrage an Einfamilienhäusern für Familien zu decken. Der Antrag sieht vor, die Häuser nicht zu sanieren, sondern zu verkaufen, wie sie sind. "Es entfällt für die Stadt das Risiko einer aufwendigen Sanierung und die Bürgerinnen und Bürger gewinnen die Möglichkeit, eine Immobilie preisgünstiger zu erwerben."
Harald Lang, Leiter des Konversionsamtes, bestätigte die hohe Nachfrage: "Wir bekommen täglich Anrufe: Wann können wir Offiziershäuser kaufen?"


Juristisch verzwickt

Die Stadt sei bemüht, das Verfahren mit der Bima zu einem schnellen Abschluss zu bringen. Allerdings handelt es sich um eine juristisch verzwickte Situation: Mit Ende der militärischen Nutzung entfällt das Baurecht, so dass es sich bei den Häusern nun, salopp, um "Schwarzbauten im Landschaftsschutzgebiet" handle. Lang: "Die Siedlung gibt es praktisch noch nicht." Die Stadt sei außerdem verpflichtet, die Siedlung mit einer Lärmschutzwand zu schützen und die Häuser zusätzlich mit Schallschutzfenstern auszustatten.
Im Zuge der Änderung des Flächennutzungsplans für das Gebiet sieht die Stadt vor, die Grenze des Landschaftsschutzgebiets Hauptsmoorwald zurückzufahren, damit die Häuser in geltendes Planungsrecht überführt werden können.
Im Bereich der Nato-Siedlung steht die Stadt vor weiteren Konflikten mit der Bundespolizei. Es ist von sinnlosen Zäunen und einer schlechten Anbindung, zum Beispiel an die Gartenstadt, die Rede. "Die Menschen fühlen sich eingesperrt", so Heinz Kuntke (SPD).
Der von den Bewohnern geäußerte Wunsch, eine von der Polizei genutzt Fläche in einen Bolzplatz umzugestalten, wird derzeit vom Polizeipräsidium in Potsdam geprüft. Die Signale seien grundsätzlich positiv, so Konversionsreferent Christian Hinterstein (CSU). "Wir sind vorsichtig optimistisch."
Außerdem stehen die Errichtung eines Bushäuschens, die Versetzung der Glascontainer und die Schaffung weiterer Zugänge zur Siedlung auf der Agenda. Die NATO-Siedlung ist das jüngste Wohngebiet in Bamberg, fertig ist es noch lange nicht.

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