Die Routine des Arbeitsalltags ist für sie ein Anker

Mustafa Tas sitzt neben Alban Berisha und entgratet mit einem Werkzeug Teile für Maschinen. Eine große Kiste mit mehreren hundert Teilen steht zwischen ihne...
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Mustafa Tas (hinten) und Alban Berisha (vorne) arbeiten zusammen an einem Auftrag. Sie entgraten Kunststoffteile. Foto: Karoline Scharf/Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt
Mustafa Tas (hinten) und Alban Berisha (vorne) arbeiten zusammen an einem Auftrag. Sie entgraten Kunststoffteile. Foto: Karoline Scharf/Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt
Mustafa Tas sitzt neben Alban Berisha und entgratet mit einem Werkzeug Teile für Maschinen. Eine große Kiste mit mehreren hundert Teilen steht zwischen ihnen und muss noch bearbeitet werden. Dass Mustafa Tas eine psychische Beeinträchtigung hat, merkt man ihm nicht an - konzentriert arbeitet er an den Kleinteilen.
So sieht der Arbeitsalltag in der Intec gemeinnützige GmbH, der Integrationsfirma der Lebenshilfe in Höchstadt, aus. Der Betrieb im Aischpark beschäftigt 18 Menschen mit Behinderung mit festen sozialversicher ungspflichtigen Arbeitsverträgen, die unterschiedslos neben nichtbehindertem Personal arbeiten.
Das Besondere ist jetzt, dass seit vergangenem Jahr auch die Arbeitstherapie der Wab Kosbach gemeinnützige GmbH einen Raum in der Intec bezogen hat und hier arbeitet. Zu dieser Gruppe gehört auch Mustafa Tas. Aus beengten Verhältnissen, die die Arbeitstherapie im Keller des Wohnheims zuletzt hatte, ist in der Intec nun ein Werkraum mit richtiger Arbeitsatmosphäre geworden. "Die Klienten müssen nun morgens pünktlich aufstehen und sich für die Arbeit fertig machen. Das gibt Struktur und tut ihnen gut. Es gibt eine Normalität, die jeder andere Arbeitnehmer auch hat. Die Fehlzeiten haben sich in den letzten Monaten deutlich reduziert", sagt Irina Tartakovskaya, Leiterin der Arbeitsbereiche bei der Wab.


Chance für die Zukunft

Dass nicht nur im Raum der Arbeitstherapie gearbeitet wird, sondern die Türen in die Intec offen stehen, ergab sich ganz von selbst. Johann Kraus, Geschäftsführer der Intec, beschreibt die Entwicklungen so: "Nach vorsichtigem Annähern sitzen Mitarbeiter der Intec und der Wab nun selbstverständlich in den Pausen nebeneinander. Wenn die Voraussetzungen es zulassen, helfen wir uns auch gegenseitig."
So sitzt Mustafa Tas neben Alban Berisha, beide arbeiten sie an einem Auftrag. Berisha freut sich, dass ihn Tas unterstützt: "Wir verstehen uns gut, kommen gut klar miteinander. Wir brauchen bei diesem Auftrag gerade jede personelle Verstärkung, die wir bekommen können." Und auch Mustafa Tas ist zufrieden: "Mir gefällt es hier, die Arbeit ist gut und ich bin sehr zufrieden." Diesen Synergieeffekt schätzt auch Jürgen Ganzmann, Geschäftsführer der Wab. "Unsere Klienten arbeiten motiviert und sind stolz, jeden Tag in die Intec zu kommen." Vier bis sieben Menschen mit einer psychischen Erkrankung und Behinderung arbeiten in der Arbeitstherapie der Wab in den Räumen der Intec. In einem geschützten Rahmen montieren und verpacken sie Aufträge von Industriekunden.
Dadurch erhalten die Menschen einen geregelten Tagesablauf und können sich in ihren Fähigkeiten ausprobieren. "Das Ziel ist es, Menschen zu stabilisieren dass diese zum Beispiel wieder eine Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt finden", sagt Irina Tartakovskaya. Vielleicht wird dabei auch ein neuer Arbeitsvertrag in der Intec geschlossen werden. red


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