Lichtenfels
Infrastruktur  

Die Region wird nicht abgehängt

Auch wenn die neue ICE-Strecke in Betrieb geht, werden in Lichtenfels und Kronach weiter Fernverkehrszüge halten.
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Es war kein schönes Szenario: Die Region, die große Opfer zum Bau der neuen ICE-Strecke Richtung Erfurt gebracht hat, sollte auch noch von den schnellen Zugverbindungen abgehängt werden. Im Dezember 2017 werden die schnellen ICE bei ihrer Fahrt Richtung Norden bei Ebensfeld die bestehende Verbindung verlassen und in Richtung Banz abbiegen, wo sie durch viele Tunnel hindurch Richtung Erfurt fahren. Vorbei vor allem an Lichtenfels, dessen Bahnhof für die Region Kronach, Kulmbach und Lichtenfels eine zentrale Funktion besitzt.
Die Frustration darüber war zu Recht groß, denn zunächst war von der Bahn geplant, daran bis 2023 nichts zu ändern. Erst dann sollte eine IC-Verbindung die riesige Lücke schließen. Ausdruck des Protestes war ein großes Treffen Mitte November vergangenen Jahres im Landratsamt Lichtenfels, bei dem Vertreter aus Politik und Wirtschaft des Raumes Lichtenfels/Kronach/Kulmbach parteiübergreifend eine Resolution auf den Weg brachten, um eine bessere Lösung zu finden.
Die CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner kündigte damals auch an, ein Gespräch mit der Vorstandsvorsitzenden der Bahn, Birgit Bohle, zu führen. Das fand gestern im Bahntower in Berlin statt - und brachte den Durchbruch. Für die Region war bei dem Treffen außerdem der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach dabei.
"Lichtenfels bleibt damit nahtlos an den Fernverkehr angebunden", sagt Emmi Zeulner und verweist darauf, dass erst der gemeinsame Druck durch die Aktionen vor Ort den Erfolg ermöglicht habe. Auch die überparteiliche "Allianz für die Heimat" aus Bundestagsabgeordneten entlang der Strecke habe dazu beigetragen.
Der Lichtenfelser Landrat Christian Meißner (CSU) meint: "Es freut mich wirklich sehr, dass wir nicht von der ICE-Karte der Deutschen Bahn verschwinden und wir schon ab 2017 Fernverkehrshalt bleiben."
Der Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) betont: "Hier haben alle an einem Strang gezogen, da sieht man, was man gemeinsam über die Parteigrenzen hinweg erreichen kann." Wilhelm Wasikowski, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Lichtenfels, hebt die infrastrukturelle Bedeutung der Entscheidung hervor: "Das ist doch mal eine gute Nachricht. Danke an alle, die sich so vehement für einen IC-Halt in Lichtenfels eingesetzt haben. Die tägliche IC-Anbindung von Karlsruhe nach Leipzig und der Pendler-ICE nach München sind für unsere Wirtschaft und ihre Mitarbeiter eminent wichtig."

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