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Ebensfeld

Die Liebe zum Keller hat Zukunft

Genussregion  Gleich zweifach Grund zum Feiern haben das Ebensfelder Brauhaus und der Engelhardts- Keller: Seit 150 Jahren ist die Brauerei in Familienbesitz, und der Keller erhielt einen Preis für Schönheit und die Angebotspalette.
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von unserem Redaktionsmitglied 
Matthias Einwag

Ebensfeld — Die Wirtshauskultur in Bayern und die Bierkellerkultur in Franken sind Werte, die es zu erhalten lohnt. Der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) hat sich zur Aufgabe gemacht, diese traditionellen Orte - und damit zahlreiche Kommunikationsstätten - zu erhalten. Bereits heute sei in Bayern jede vierte Gemeinde ohne Wirtshaus. Der Verein möchte "übermäßigen Einschränkungen der persönlichen Freiheit entgegenwirken und die Interessen sowohl der Gastronomen als auch der Gäste gegenüber politischen Entscheidungsträgern vertreten", wie er auf seiner Internetseite verrät.
Zusammen mit den bayernweit agierenden "Biergarten freunden" kürte der VEBWK den Engelhardts-Keller nun als Sieger im Wettbewerb "Mein Lieblings-Biergarten". Rechtzeitig zu einem runden Jubiläum: Seit 150 Jahren ist das Ebens felder Brauhaus in Familienbesitz.
Die Tradition der Brauerei gehe aber noch weiter zurück, erzählt Braumeister Hans-Karl Engelhardt, denn seit mehr als 250 Jahren würden in der Brauerei "Zum Schwan" Biersorten gesotten. 1864 hatte einer seiner Vorfahren, der Ökonom Michael Rittmaier, das Brauhaus erworben. 1867 errichtete Rittmaier außerhalb von Ebensfeld eine Kelleranlage zur Bierlagerung. Das 60 Meter in den Hang hinein gebaute Sandsteingewölbe ist die Kernzelle des heutigen Bierkellers, der nun für seine Schönheit und das passende Preis-Leistungsverhältnis ausgezeichnet wurde. 240 Sitzplätze stehen den Gästen hier, unter 15 großen Linden, zur Verfügung. Im angegliederten Wirtshaus gibt es weitere 50 Plätze.
Am Zapfhahn steht Norbert Engelhardt. Der gelernte Brauer und Mälzer hat richtig Freude an seiner Arbeit, und für seine Gäste hat der 54-Jährige stets einen heiteren Spruch auf Lager.
Fürs Brauen ist Hans-Karl-Engelhardt zuständig. Er hat 1984 das Brauhaus im Ebensfelder Ortskern von seinem Vater Karl übernommen. Speziell für den Bierkeller braut der 58-Jährige die "Keller-Liebe". Außerdem zieht er die "Schwanen-Weiße", ein Pilsener, ein fränkisches Landbier und den "Adam-Riese-Urtrunk" auf die Flasche sowie saisonal einen hellen Bock, den "Schwanator", und ein Festbier.
Apropos Festbier: Im Spätherbst, kündigt Hans-Karl Engelhardt an, wird ein besonderer Saft abgefüllt - ein Bier zum 150. Jubiläum. An der Rezeptur arbeiten er und seine Söhne Florian und Maximilian bereits. Mehr will er aber jetzt noch nicht verraten.
Dass die kleinen fränkischen Brauereien weiter in der Gunst der Verbraucher liegen, freut Hans-Karl Engelhardt: "Wir haben eine Tendenz nach oben, auch weil wir flexibler sind als viele große Brauereien." Es sei eben schon ein Alleinstellungsmerkmal der Genussregion am Obermain, dass es so viele eigenständige Brauereien mit qualitativ hochwertigen Sorten gibt.
Am 15. August, dem Himmelfahrtstag, sagt Norbert Engelhardt, soll das 150. Jubiläum mit einem Brauereifest auf dem Keller gefeiert werden. Ausgeschenkt wird an diesem Tag ein "Dankeschönbier" für all die treuen Besucher. Wann das Fest beginnt? "Nach der Kärng", antwortet Hans-Karl Engelhardt, weil das schon immer der Zeitpunkt war, zu dem man in Ebensfeld die weltlichen Feiern ansetzte. Tradition und Brauchtum gehören eben zusammen, erst recht bei einer alten Zunft wie dem Brauerhandwerk.

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