Thurnau
Auszeichnung 

Die Kulturschätze

Der Landkreis hat seinen Kulturpreis vergeben. Die Geehrten sind Gerhard Popp und die "Old Beertown Jazzband".
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Die "Old Beertown Jazzband" ist Preisträger und untermalte die Übergabe der Kulturpreise des Landkreises Kulmbach auch musikalisch. Fotos: Katharina Müller-Sanke
Die "Old Beertown Jazzband" ist Preisträger und untermalte die Übergabe der Kulturpreise des Landkreises Kulmbach auch musikalisch. Fotos: Katharina Müller-Sanke
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Der Kulmbacher Künstler Max Wild hat ihn, die Dorfmusik Rugendorf auch - und die Freunde des Deutschen Dampflokomotivmuseums. Die Träger des Kulturpreises des Landkreises Kulmbach kommen aus verschiedensten Bereichen. Doch eines ist allen gleich: Sie schaffen auszeichnungswürdige Kunst und Kultur. In diesem Jahr geht der Preis an den heimischen Künstler Gerhard Popp sowie an die Dixieformation "Old Beertown Jazzband". Die Preise sind am Donnerstag im Thurnauer Schloss übergeben worden.
"Kultur ist für die Gesellschaft das, was für den einzelnen Menschen das Gedächtnis ist", sagte Landrat Klaus-Peter Söllner. "Kunst- und Kultur beeinflussen das Denken und Handeln in unserer Gesellschaft. Und das nicht nur im Augenblick, sondern über die Jahrhunderte."
Der 56-jährige Gerhard Popp berühre mit seinen Werken die Betrachter in der Seele und schaffe Werke, die "an Farbintensität kaum zu übertreffen sind", so Söllner. Der Mensch steht bei den Werken Popps im Mittelpunkt.
Seine Bilder sind ein Blick in die Seele, in die vielschichtigen Strukturen der menschlichen Psyche. "Er schafft komplexe, verwobene und dennoch harmonische Strukturen, die einem Meer aus leuchtenden Farben gleichen" -  so beschreibt es Söllner in seiner Laudatio.


Variable Techniken

Popp schafft seine Werke mit unterschiedlichen Techniken mit Aquarell-, Tempera-, Dispersions-, und Ölfarben. Eine finale Firnisschicht gibt den Werken ihren Glanz. Um eine besondere Leuchtkraft zu erzielen, stellt Popp einige seiner Farben auch selbst her.
Heraus kommen leuchtende und tiefgreifende Werke, die an die Traumwelten Marc Chagalls erinnern. Internationale Ausstellungen brachten Popps Werke bereits nach Japan, Köln und viele weitere Orte.
Ende Juli wird es eine Ausstellung des Künstlers im Kulmbacher Landratsamt geben. Popp hat gemeinsam mit mehreren Keramikern auch bildende Kunst geschaffen. Mit Stefan Sanke aus der gleichnamigen Töpferei in Thurnau fertigte er die Wandgestaltung in der Karl-Herold-Seniorenwohnanlage in Kulmbach. In Zusammenarbeit mit der Töpferei am Museum und der Töpferei Trommler schuf er die Brunnenanlage im Seniorendorf Kirschenallee in Thurnau. Sein vielleicht berühmtestes Kunstwerk in Thurnau ist das sechs Meter breite Wandgemälde in der Aussegnungshalle.
Popp hat gemeinsam mit seiner Familie einige Jahre in Thurnau gelebt. Mit der Übergabe der Urkunde wird das kreative und künstlerische Schaffen sowie das Engagement zur Förderung des kulturellen Lebens gewürdigt und anerkannt.


30 Jahre aktiv

Gleiches gilt auch für die "Old Beertown Jazzband". Die Formation bereichert seit über 30 Jahren das kulturelle Leben in und um Kulmbach. Über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde die "Old Beertown Jazzband" durch ihre seit 20 Jahren stattfindenden Gastspiele in Rust und ihre seit 30 Jahren bestehende Freundschaft und die gemeinsamen Auftritte mit der "Semper House Band" aus Dresden. Einige der Mitglieder sind zur Preisverleihung auch nach Thurnau gekommen, um ihre Verbundenheit zu demonstrieren.
Eines der Highlights in der Geschichte der Band war der Auftritt beim internationalen Dixielandfestival in Dresden - dem größten Musikereignis dieser Art in Europa. Die ursprüngliche Besetzung war: Conny Fischer (Bass), Bernd Meile (Saxophon und Klarinette), Ralf Holzmann (Posaune), Ruprecht Konrad (Piano), Wolfgang - Mecki - Igler (Banjo), Pit Meier (Schlagzeug), Philipp Simon Goletz (Waschbrett), Walter Schleicher (Gitarre) und der bereits verstorbene Werner Beyerlein spielte Trompete. Später ist auch der in diesem Jahr verstorbene Udo Koch zur "Old Beertown Jazzband" gestoßen und hat den Sound entscheidend mitgeprägt.


Fischer von Anfang an dabei

Von den Genannten ist heute nur noch Conny Fischer dabei. Die restliche Formation hat sich erst über die Jahre zusammengefunden. Den Kulturpreis des Landkreises nahmen Conny Fischer Andreassohn (Bass und Bandleader), Jürgen Punzet (Posaune, Gesang), Sepp Roth (Klarinette, Gesang), Harald Hensel (Trompete, Gesang), Wolfgang Schrepfer (Saxophon), Peter Brendel (Schlagzeug), Wolfgang Diehm (Gitarre, Gesang) und Markus Scharfenberg (Technik) entgegen. Die Formation übernahm am Abend der Preisverleihung auch die musikalische Umrahmung.
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