Nedensdorf
Landwirtschaft 

Die "Hummel" stach allen ins Auge

Beim 18. Dreschfest in Nedensdorf galt das besondere Augenmerk einem "Neuerwerb" aus Oberlangheim.
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Für den Dreschvorgang interessierten sich Alt und Jung gleichermaßen (zumindest die meiste Zeit). Foto: Franz Böhmer
Für den Dreschvorgang interessierten sich Alt und Jung gleichermaßen (zumindest die meiste Zeit). Foto: Franz Böhmer
Vorsitzende Carmen Bauer freute sich bei hochsommerlichen Temperaturen über ein Publikum in allen Altersklassen. Neben dem Dreschgespann, bestehend aus Antriebs- und Dreschmaschine sowie Strohpresse, waren auf dem Dorfplatz eine Ausstellung von Getreidesorten, eine historische Feuerwehrspritze und das ehemalige Maschinenhaus zu sehen.
Premiere beim 18. Dreschfest: Als um 13.30 Uhr das Signal zum ersten Dreschdurchgang ertönte, war die Anspannung bei den Hauptakteuren der Dreschgenossenschaft, Ludwig Klemens, Georg Pornschlegel und Gerhard Edelmann, besonders groß. Über Wochen hatten die Männer mit Eifer und Hingabe an ihrem "Neuerwerb" geschliffen, repariert, geölt und gebastelt. Die Dreschmaschine der Marke "Hummel" samt Strohpresse und Maschinenhaus stammt aus dem Besitz der Stadt Lichtenfels und verrichtete zuletzt ihre Dienste in der ehemaligen Dreschgenossenschaft Oberlangheim.
Als Gerhard Edelmann seinen historischen Eicher-Schlepper startete und über Riemenantrieb die Maschinerie zum Laufen brachte, spürte er, welchen Kraftaufwand vor allem die Strohpresse benötigt. Dann schmunzelte er, als die Maschine rundlief und die ersten Getreidekörner wohlsortiert in die Säcke rieselten. Während Georg Pornschlegel, Maria Schneider und Rebecca Klemens behutsam das Getreide einlegten, beobachtete Ludwig Klemens dabei die Maschine; ein Hauptaugenmerk galt dabei der Bindeeinrichtung. Die Presse der Firma "Raussendorf" war damals schon so konstruiert, dass die Strohgarben bis ins Oberschoss der Scheue geschoben werden konnten. Auch hier waren die Bastler tätig. Bald schon fiel die erste gebundene Garbe von der Steige herab auf den historischen Leiterwagen.


Ein Wagen voller Weizengarben

Bei mehreren Vorführungen wurde ein ganzer Wagen mit Weizengarben aufgearbeitet. Diese hatte man vor Wochen mit dem Bindermäher geerntet.
Ein besonders interessierter Besucher war Willibald Zurek aus Oberlangheim. Als die Maschine leicht ins Stocken geriet, erkannte er sofort die Ursache: "Ihr müsst die Drehzahl kontinuierlich auf 1200 Umdrehungen halten", rief er den Verantwortlichen zu. Gesagt, getan! Zurek musste es wissen. Er kannte die Maschine noch aus der Zeit, als sie ihre Dienste von Haus zu Haus in den 25 bis 30 landwirtschaftlichen Gehöften von Oberlangheim verrichtete.
Die schattigen Plätze am Lindenplatz waren gefragt. Vorsitzende Carmen Bauer versorgte mit ihrem Team die Besucher mit Kaffee, Kuchen, Brotzeiten und Getränken. Am Ende gab es ein dickes Lob
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