Gräfenberg

Die Gräfenberger Zone hat jetzt einen Biergarten

"Endlich ist der Schandfleck weg", freut sich Annegret Wagner aus Igensdorf, als sie in ihrer Heimatstadt in Gräfenberg am Bahnhof aussteigt. Einen Kräutert...
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Der Biergarten will nicht zuletzt Wanderer ansprechen.  Foto: Petra Malbrich
Der Biergarten will nicht zuletzt Wanderer ansprechen. Foto: Petra Malbrich
"Endlich ist der Schandfleck weg", freut sich Annegret Wagner aus Igensdorf, als sie in ihrer Heimatstadt in Gräfenberg am Bahnhof aussteigt. Einen Kräutertopf als Eröffnungsgeschenk in der Hand, begrüßet sie Cora und Jochen Gundelfinger und gratuliert ihnen zur Eröffnung des Biergartens in der Gräfenberg Zone, die Dr. Gräfenbergs G-Punkt genannt wird.
Nur das Wetter passt nicht so ganz für den fröhlichen Tag. Mit Annegret Wagner kommt eine Wandergruppe mit dem Zug am Bahnhof an. Mindestens 20 junge Leute, aber auch ältere Wanderer, steigen aus, mit Schirmen bepackt.


Einladende Anmutung

Die jungen Erwachsenen befördern einen Bollerwagen aus dem Zug, auf dem ihre Bierkästen stehen. Die ersten Bierflaschen haben sie in der Hand, trinken schon am Vormittag einen Schluck für ihre Bierwanderung.
Ihr Blick fällt auf "Dr. Gräfenberg" und den Biergarten, der sehr einladend wirkt. "Der Bahnhof Gräfenberg ist bereits seit mehreren Jahren zentraler Anlaufpunkt des 5-Seidla-Steiges. Durch einen weiteren Biergarten erwarten wir keine deutliche Änderung des Verhaltens unserer Fahrgäste", informiert eine Sprecherin der Bahn.
Aber es war ohnehin nicht Gundelfingers Intention, den Bahnhof für die Wanderer allein zu gestalten. "Im Gegenteil. Er ist für die Leute aus dem Ort und der Umgebung", sagt Cora Gundelfinger. Annegret Wagner nickt.
Sie ist in Gräfenberg aufgewachsen. "Hier war immer nur ein Haus und nie etwas los. Jetzt tut sich auch an Sommerabenden wieder etwas im Ort. Viele Geschäfte am Marktplatz haben geschlossen. Mit Dr. Gräfenberg ist Gräfenberg wieder bekannter geworden", sagt Wagner.
"Wir sind das Tor zur Fränkischen Schweiz, das muss einladend sein", findet Cora Gundelfinger. Das Ehepaar hat vor gut einem Jahr das Bahnhofsgebäude gekauft und viel Geld investiert.
Auch ins Gebäude selbst. Dort sind inzwischen die Wanderer und schauen die Souvenirs an. Nebenan ist eine Art Wirtsstube. Gesessen wird nicht nur auf Stühlen, alte, ausrangierte beheizbare Kirchenbänke wärmen im Winter von den Füßen aufwärts. Zu essen gibt es ausschließlich Vegetarisches oder vegane Gerichte. Ein warmes Tagesgericht, selbst gemachte Aufstriche, Sandwiches, Crepes oder Waffeln.


Auch ein Fundbüro

Es sind nicht nur Wanderer, die am Bahnhof eintreffen. Auch die Schüler warten hier auf ihren Zug. Wenn er mal wieder ausfällt, können sie bei Gundelfingers warten und sich unterhalten.
An den Hitzetagen im vergangenen Jahr hat Cora Gundelfinger sogar außerhalb den Öffnungszeiten aufgesperrt, damit sich die Schüler ein Wasser oder eine Cola zur Erfrischung kaufen konnten. Ein Treff nur für die Seidla-Wanderer war der "G-Punkt" nie. Inzwischen sind Gundelfingers noch ein Fundbüro, wenn die Schüler ihre Sachen am Bahnhof verloren haben und eine Tourist-Information. Genug Broschüren jedenfalls haben sie zum Mitnehmen im Laden.
Und demnächst wird in Zusammenarbeit mit Peters Radl Stadl aus Igensdorf eine E-Bike- Ladestation angebracht werden. Kostenloses Internet ist für die Gäste verfügbar.
Die Lage ist einfach ideal, auch für Spaziergänger. Einheimische, die an lauen Sommerabenden die Wanderwege vor der Tür selbst laufen, können nach ein zwei Bier mit dem Zug wieder nach Hause fahren.


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