Haßfurt

Die Gewerkschaft fordert mehr Kontrollen auf dem Bau

Die Industriegwerkschaft (IG) Bau Mainfranken fordert zusätzliches Personal für Zoll-Kontrollen. Unseriöse Praktiken auf Baustellen auch im Landkreis Haßber...
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Die Industriegwerkschaft (IG) Bau Mainfranken fordert zusätzliches Personal für Zoll-Kontrollen. Unseriöse Praktiken auf Baustellen auch im Landkreis Haßberge sollen auf diese Weise intensiver als bislang verfolgt werden. Illegale Beschäftigung müsse für Arbeitgeber, die es mit den Vorschriften nicht so genau nehmen, und Dumping-Chefs zu einem unkalkulierbaren Risiko werden, meint die IG Bauen-Agrar-Umwelt in einer Mitteilung, die dieser Tage an die Medien weitergeleitet worden ist. "Im vergangenen Jahr ist auf den heimischen Baustellen viel zu wenig kontrolliert worden", sagt Michael Groha von der IG Bau Mainfranken. Sie fordert wesentlich mehr Prüfungen.
Nach Informationen des Bezirksvorsitzenden hat die "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" (FKS) beim Hauptzollamt Schweinfurt 2015 insgesamt 344 Kontrollen auf Baustellen in der Region durchgeführt - das ist ein Rückgang von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Behörde in Schweinfurt ist auch für den Landkreis Haßberge zuständig.


41 Bußgeld-Verfahren

Zu den 344 Kontrollen wurden 41 Bußgeld-Verfahren eingeleitet. Michael Groha beruft sich bei diesen Zahlen auf eine Bilanz des Bundesfinanzministeriums, die der IG Bau vorliegt. Verantwortlich für die zu geringe Zahl von Kontrollen ist nach Ansicht der Gewerkschaft ein eklatanter Personalmangel beim Zoll. "Die FKS-Beamten leisten eine gute und wichtige Arbeit. Aber dem Zoll fehlt es einfach an Manpower, um die Baustellen intensiv zu überwachen", beklagt Michael Groha.
Im Interesse der seriösen Baufirmen und ihrer Beschäftigten müssten die Zollfahnder dringend die nötigen Personalkapazitäten bekommen.
Die Zoll-Auswertung, die auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Bündnis 90/Die Grünen) an das Bundesfinanzministerium zurückgeht, belege das Kontroll-Dilemma des Hauptzollamtes Schweinfurt allgemein: So wurden im vergangenen Jahr dort insgesamt 27 Prozent weniger Arbeitgeber auf Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung überprüft als 2014. "Das zeigt: Die Zollfahnder kommen personell nicht hinterher", betont der Gewerkschafter Michael Groha.


Amtshilfe

Zwar sei ein Teil der Zollbeamten auch zur Bewältigung der Flüchtlingssituation eingesetzt worden. Diese Amtshilfe sei auch enorm wichtig. Trotzdem müsse die FKS ihre Kernaufgabe wahrnehmen. "Das geht letztlich nur mit mehr Kontrolleuren, die auch im Landkreis Haßberge unterwegs sind. " Die IG fordert 10 000 FKS-Kontrolleure bundesweit. Derzeit gibt es nur 6865 Planstellen, von denen sogar jede elfte unbesetzt ist, wie die IG Bau in ihrem Schreiben an die Medien bedauert. red
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