Teuschnitz

"Die Finkenmühle gehört uns doch nicht"

Teuschnitz — Der Teuschnitzer Stadtrat beschäftigte sich mit den Anträgen von Michael Hebentanz (FW) auf Aufnahme von Asylbewerbern in der Finkenmühle sowie auf Errichtung eines Ju...
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Teuschnitz — Der Teuschnitzer Stadtrat beschäftigte sich mit den Anträgen von Michael Hebentanz (FW) auf Aufnahme von Asylbewerbern in der Finkenmühle sowie auf Errichtung eines Jugendparlaments. Beide Anträge wurden abgelehnt.
Bezüglich der Aufnahme von Asylbewerbern informierte Bürgermeisterin Gabriele Weber (CSU) zunächst über die Regularien. "Die Zuständigkeit für eine Asylantenaufnahme liegt beim Landratsamt", stellte sie klar.
Vermieter setzten sich mit dem Amt in Verbindung, das gegebenenfalls die Unterkunft anmiete. Die Unterkünfte müssten in einem bewohnbaren Zustand sein, der Staat zahle keine Umbaukosten. Die Bewohner müssten die Möglichkeit haben, in öffentlichen Verkehrsmitteln nach Kronach beziehungsweise zu den Ämtern zu kommen. "Ausgangspunkt für meine Überlegungen war der Aufruf an die Gemeinden, geeignete Standorte für dringend benötigte Flüchtlingsunterkünfte zu melden", erklärte Hebentanz.
Zudem könne die Kommune einen Nutzen durch eine etwaige Förderung erzielen, da die Finkenmühle mittlerweile in sich zusammenfalle.

"Die Einöde wäre eine Zumutung"

Im Gremium herrschte weitgehend Unverständnis über den Antrag. "Die Finkenmühle gehört uns doch nicht", zeigte sich Susanne Daum (CSU) erstaunt. Diese "Einöde am Ende der Welt" sei in ihren Augen als Unterkunft eine "Zumutung". "Mit was für einem Recht können wir dem Landratsamt das Gebäude einer Privatperson als etwaige Asylantenunterkunft melden?", fragte auch Stefan Raab (CSU).
"Wenn ein Stadtrat einen Antrag stellt, erwarte ich, dass er sich mit der Thematik vorher auseinandersetzt", kritisierte die Bürgermeisterin. Dem Gremium obliege es nicht, sich in die Angelegenheiten von Hausbesitzern zu mischen. Es sei keine Frage, dass man den Asylbewerbern helfen müsse.
In Teuschnitz käme hierfür wohl nur die Schule in Wickendorf in Frage. Um diese bewohnbar zu machen, müsse man aber 100 000 Euro investieren. Zweiter Bürgermeister Stephan Neubauer (FWG) stellte einen Antrag zur Geschäftsordnung, den Antrag aufgrund rechtlicher Gründe abzulehnen. Es gab drei Gegenstimmen. hs
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