Altendorf

Die Erlebnisse des Altendorfer Schrankenwärters Caner Cengiz

Altendorf — Caner Cengiz (38 Jahre). Er ist seit März 2015 Fahrdienstleiter in Buttenheim und für den Bahnübergang in Altendorf zuständig. Er arbeitet hier in einem Drei-Schicht-Sy...
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Altendorf — Caner Cengiz (38 Jahre). Er ist seit März 2015 Fahrdienstleiter in Buttenheim und für den Bahnübergang in Altendorf zuständig. Er arbeitet hier in einem Drei-Schicht-System mit Schichtdauern zwischen 5, 9 oder 10 Stunden. Wir haben mit ihm über seine "Erlebnisse" in Altendorf gesprochen.

Herr Cengiz, Sie sind seit März in Altendorf tätig, welches Fehlverhalten der Übergangsnutzer beobachten Sie regelmäßig?
Cander Cengiz: Ich beobachte immer wieder, dass Autofahrer das Läutwerk nicht beachten. Auch befahren Auto- oder Lastwagenfahrer den Bahnübergang während des Schließvorgangs der Schranken. Autofahrer, die während des Läutens vor der Schranke korrekterweise stehen bleiben, werden oft von nachfolgenden Verkehrsteilnehmern mittels Hupen zum Weiterfahren aufgefordert.

Wie viele der Nutzer verhalten sich - gefühlt nach Prozenten - korrekt?
Weniger als 50 Prozent der Autofahrer verhalten sich aus meiner Sicht korrekt.

Was ist angesichts der Uneinsichtigkeit die größte Herausforderung bei der Arbeit?
Man muss beim Schließen der Schranke sehr sensibel auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmer achten. Zum Beispiel höre ich auf die Motorgeräusche bei ankommenden Autos, um auf ein eventuelles Beschleunigen reagieren zu können.

Kann die Schranke zu jedem Zeitpunkt gestoppt werden, kann sie beim Absenken prinzipiell angehalten werden?
Ich kann den Schließvorgang jederzeit anhalten.

Wie sehen die Vorschriften aus?
Ich muss beim Schließen der Schranken den Raum zwischen den Schrankenbäumen sehr genau beobachten. Das Signal für den Zug kann nur auf Fahrt gestellt werden, wenn die Schranken geschlossen sind. Das ist technisch nur so möglich. Erst wenn ich mich versichert habe, dass der Gefahrenraum zwischen den geschlossenen Schranken frei ist, stelle ich das Signal für einen kommenden Zug auf Fahrt.

Wie lange läutet es, bis sich die Schranken senken?
15 Sekunden

Wie verkraftet man den Job angesichts leichtsinniger Verkehrsteilnehmer und der daraus resultierenden wohl auch psychischen Belastung?
In den ersten Schichten war ich vor allem während der Hauptverkehrszeiten (am Morgen und nachmittags im Feierabendverkehr) angespannt. Mittlerweile kann ich mit der Situation sehr gut umgehen.

Vielen Dank für das Gespräch
Die Fragen stellte unsere Reporterin Anette Schreiber.
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