Ebern

Die Eberner Annahmestelle verließen schon einige Lotto-Millionäre

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Was bringt mehr Glück: der Kugelschreiber oder eine der vielen "Gämaa-Brillen" (links aufgereiht)? Thomas und "Glücksfee" Monika Heim halten das komplette Werkzeug-Set bereit, das Glücksritter zum Ausfüllen ihrer Lottoscheine benötigen. Foto: Ralf Kestel
Was bringt mehr Glück: der Kugelschreiber oder eine der vielen "Gämaa-Brillen" (links aufgereiht)? Thomas und "Glücksfee" Monika Heim halten das komplette Werkzeug-Set bereit, das Glücksritter zum Ausfüllen ihrer Lottoscheine benötigen. Foto: Ralf Kestel
von unserem Redaktionsmitglied Ralf Kestel

Ebern — Seit 1963 geht das Glück dort ein und aus: Das Haus in der Bahnhofstraße hat sich seit der Eröffnung durch Walter Glöckner kaum verändert: Lotto-Annahme als Hauptumsatzträger, Tabakwaren, Gravierungen. Wechsel von Uhrenbatterien und Fotokopien kamen dazu. "Wir sind Eberns letzter Tante-Emma-Laden", sagte der jetzige Chef der Annahmestelle, Thomas Heim, ein Eberner Original wie sein Laden auch. Nicht nur Glücks- und Raucherinsel, auch Kommunikationszentrum und Nachrichtenbörse. Wer etwas weiß oder erfahren will, der geht zum "Pommes", wie Heim von seinen Kunden gerufen wird.
Er hat sein Glück mit dem Zahlenspiel gefunden. 1981 trat der jetzt 49-Jährige in die Fußstapfen seines Vaters Günther. Beide gingen in der Rolle des Glückpilzes förmlich auf.
"Ehe die Fernsehübertragung der Ziehung vor 50 Jahren begann, wurden die Glückszahlen in der Zeitung und per Aushang bekanntgegeben", blickt Heim in die "gute alte Zeit" zurück, als es nur Lotto und Toto gab. Sonst nichts. Jetzt kann der Spieltrieb (-Sucht?) auf weit mehr Kanälen ausgelebt werden - vom Euro-Jackpot bis zum Gipfelstürmer-Rubbellos.
Der Traum vom Reichtum, der aus den Kassen der staatlichen Lotterieverwaltung sprudelt, wurde in der Eberner Lottoannahmestelle schon Wirklichkeit: So hatte vor Jahrzehnten ein zwischenzeitlich verstorbener Eberner zehn Sechser auf einem Schein. "Damals gab's 88 000 Euro für den Sechser", weiß Thomas Heim noch ganz genau. Erregte dieser Fall großes Aufsehen, da es sich um ein stadtbekanntes Glückskind handelte, gingen andere Glücksgriffe eher dezent über die Bühne. "Einer bekam für einen Sechser 1,5 Millionen Euro, ein anderer Kunde eine lebenslange Sofortrente", wissen die Heims von weiteren Gewinnern aus dem Bereich des Altlandkreises.
Ob er denn nach den Glückszahlen gefragt wird? "Immer wieder", kommt es von Heim zurück, denn das Ausfüllen vor Ort übt noch immer einen starken Reiz aus. "Ich zähl' dann die Zahlen auf, die mir grade einfallen, oder betätige den Quicktipp-Zufallsgenerator des Lotto-Terminals."
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