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Königsberg in Bayern

Die Bürgerwehr ist ein Symbol für das Ringen nach Demokratie und Freiheit

Die Anfänge der Königsberger Bürgerwehr liegen in dem für die europäische Geschichte bedeutsamen Jahr 1848. Die deutschen Lande erfasste damals eine zu befr...
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Die Anfänge der Königsberger Bürgerwehr liegen in dem für die europäische Geschichte bedeutsamen Jahr 1848. Die deutschen Lande erfasste damals eine zu befreiender Gemeinsamkeit drängende Willensdemonstration. Sie bekundete den Anspruch der Bürger, nicht länger Untertanen zu sein, sondern das nationale Schicksal mitzubestimmen und an der Regierung teilzuhaben.
Die Forderung jener Zeit war ein deutscher Nationalstaat unter der schwarz-rot-goldenen Fahne, wie sie 1817 von Burschenschaften auf der Wartburg geschaffen worden war. Die Abschaffung der Feudalherrschaft und die Einführung der Grundrechte waren die Ziele, für die es sich offenbar zu kämpfen lohnte. Um dies gegen die herrschende Obrigkeit durchzusetzen, entstanden überall im Lande, besonders aber in Baden und Franken, Bürgerwehren.
Auch die Königsberger waren fest entschlossen, ihre Bürgerrechte gegenüber dem Coburger Fürstenhaus, unter dessen Herrschaft sie standen, durchzusetzen. Unter dem schwarz-rot-goldenen Freiheitssymbol sammelten sich in Königsberg revo- lutionäre Kräfte zu einer Bürgerwehr, um dem freiheitlichen Willen der Bürger Nachdruck zu verleihen.
Nach anfänglichen Erfolgen, wozu auch der Zusammentritt des frei gewählten deutschen Parlaments in der Paulskirche in Frankfurt zu zählen ist, wurde das Vorhaben immer schwieriger. Das Parlament zerstritt sich, und der Adel gewann die Oberhand. Die republikanischen Armeen in Baden wurden durch die zu Hilfe gerufene preußische Armee unter dem späteren deutschen Kaiser Wilhelm I., dem sogenannten Kartätschen-Prinzen, geschlagen. Aufständische wurden in Prozessen gefoltert und hingerichtet. 1849 wanderten allein aus Baden 80 000 Menschen nach Amerika aus.


Keine Kampfhandlungen

In Königsberg ist es nicht zu größeren Kampfhandlungen gekommen, weil der damalige Herzog Ernst II. politischen Weitblick besaß. Das Bürgerwehrbataillon, das damals über 120 Mann stark war, bekam von den Königsberger Frauen eine schwarz-rot-goldene Fahne gestiftet, die am 22. Oktober 1848 geweiht wurde. Sie wird heute noch beim Auszug mitgeführt.
Zur Erinnerung an diesen Tag findet jährlich am Dienstag nach Pfingsten ein Auszug der Bürgerwehr mit Parademarsch statt. Alt wie der Brauch sind die Uniformen, die Kommandos sowie der gesamte Ablauf der Parade, die mehr ist als nur ein farbenprächtiges Schauspiel. Es handelt sich um ein Wachrufen geschichtlicher Ereignisse. Es geht um die Demokratie. ks/sn

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