Kulmbach

Die Arbeitsagentur informierte über Integration in Arbeit und Ausbildung

stephan herbert fuchs Alexander Meile, Chef des gleichnamigen Haustechnikunternehmens aus Kulmbach, und sein Auszubildender Saheel Smeelkeil sind sich einig...
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Alexander Meile (Meile Haustechnik) mit seinem Auszubildenden Saheel Smeelkeil. Foto: Fuchs
Alexander Meile (Meile Haustechnik) mit seinem Auszubildenden Saheel Smeelkeil. Foto: Fuchs
stephan herbert fuchs

Alexander Meile, Chef des gleichnamigen Haustechnikunternehmens aus Kulmbach, und sein Auszubildender Saheel Smeelkeil sind sich einig, dass es ohne Verständigung nicht geht. "Kenntnisse der deutschen Sprache sind das Wichtigste überhaupt." Der 24-Jährige aus Afghanistan hat im September des vergangenen Jahres seine Lehre begonnen, und für beide Seiten ist es ein echter Gewinn. Das bestätigten beide bei einer Informationsveranstaltung der Arbeitsagentur im Landratsamt.
Seit gut drei Jahren beschäftige er sich schon mit dem Thema, so Meile. Damals sei es wegen der hohen Jugendarbeitslosigkeit in ihrer Heimat zunächst noch um die Ausbildung junger Spanier gegangen. Natürlich stoße man immer wieder auch an Grenzen, sagte Meile. Er gab zu verstehen, dass zehn Jahre Schulausbildung etwa in Afghanistan vier bis fünf Jahren Grundschule hierzulande entsprechen, was dann später in der Berufsschule für entsprechende Probleme sorgt. Allen potenziellen Arbeitgebern von Flüchtlingen legte Meile ans Herz, Zeit zu investieren. Es brauche auch jemanden im Betrieb, an den sich der Flüchtling wenden kann, wenn er Fragen hat.
Saheel Smeelkeil berichtete, dass er zunächst ein Praktikum bei der Firma Meile gemacht habe, ehe er eine Ausbildung beginnen konnte. Davor habe er fünf Jahre lang im Kulmbacher Asylbewerberheim, zu zweit auf 15 Quadratmetern gelebt. "Eine extrem schwere Zeit", sagt er heute. Einen Schulabschluss könne er nicht vorweisen, da er in seinem Land keine Schule besuchen durfte. Deshalb besuche er heute auch drei Mal pro Woche den Nachhilfeunterricht sowie einen Deutschkurs. Mit großem Erfolg, denn wie sich alle Besucher der Informationsveranstaltung überzeugen konnten, spricht er mittlerweile nahezu perfekt deutsch. "Jetzt läuft alles gut", sagte Saheel Smeelkeil.
Teamleiterin Birgit Obermaier von der Agentur für Arbeit bezeichnete die Firma Haustechnik Meile als gelungenes Beispiel dafür, wie ein relativ kleiner Betrieb die Integration eines afghanischen Asylbewerbers bewältigt habe. Obermaiers Worten zufolge waren in der Arbeitsagentur und im Jobcenter Kulmbach Anfang Juni rund 220 Bewerber mit Fluchtgeschichte gemeldet. Potenziellen Arbeitgebern, die einen Flüchtling einstellen möchten, empfahl Obermaier zunächst den Gang zum Ausländeramt beim Landratsamt, um die aufenthaltsrechtliche Beurteilung sicherzustellen und um eine Arbeitserlaubnis zu beantragen.
Mehr als 70 Prozent der Flüchtlinge seien unter 35 Jahre alt, sagte Sebastian Peine, Chef der Arbeitsagentur Bayreuth/Hof, zu der auch Kulmbach gehört. Ehrgeiziges Ziel der Arbeitsagenturen in Bayern sei es bis 2010, insgesamt 60 000 Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt zu platzieren. Dabei werde keinem etwas weggenommen, stellte Peine klar. Das Geld stamme aus Rücklagen der Arbeitsverwaltung, sämtliche Förderprogramme könnten auch Einheimische in Anspruch nehmen.
Nach dem hervorragendem Gelingen der Flüchtlingsaufnahme und Unterbringung in Kulmbach gehe es nun um den zweiten Schritt, nämlich die Qualifizierung in die Wege zu leiten, sagte Landrat Klaus Peter Söllner.

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