Bamberg

Der richtige Job - im zweiten Anlauf

Einstieg  Für mehrere Hundert Auszubildende beginnt heute ihr erster Tag im Berufsleben. Eine von ihnen ist Anastasia Crispens.
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Bevor sie heute ihren Job antritt, schaute Anastasia Crispens ihren künftigen Arbeitskollegen beim Kundenpro im Hafen im Vorfeld schon mal über die Schultern.  Foto: RiegerPress
Bevor sie heute ihren Job antritt, schaute Anastasia Crispens ihren künftigen Arbeitskollegen beim Kundenpro im Hafen im Vorfeld schon mal über die Schultern. Foto: RiegerPress
von unserem Mitarbeiter  Harald Rieger

Bamberg — Angst wie noch ein Jahr zuvor hat Anastasia Crispens keine mehr, wenn sie heute beim KundenProfi, Gesellschaft für Kundenmanagement mbH, ihre Ausbildung antritt. Vielmehr freut sich die Bambergerin über ihren neuen Job. Allerdings, etwas Aufregung wird trotzdem mit im Spiel sein, meint die 18-Jährige am Tag zuvor. "Da ich jedoch bereits zum zweiten Mal eine Lehre beginne, denke ich, wird die Vorfreude überwiegen."
Bereits vor einem Jahr stand sie schon einmal vor der gleichen Situation. Damals trat sie in einer Zahnarztpraxis ihren Dienst an. "Obwohl ich schon immer lieber ins Büro wollte, hatte ich mich für eine Ausbildung als zahnmedizinische Fachangestellte entschieden. Aber so richtig glücklich wurde ich dabei nicht", erinnert sich Anastasia Crispens. Allerdings, gesteht sie, habe sie vor einem Jahr das Schreiben von Bewerbungen nicht mit dem Elan verfolgt, wie sie es jetzt getan hatte. Daher blieben ihr damals nicht allzu viele Auswahlmöglichkeiten.
"Vielleicht mag es in einer anderen Zahnpraxis anders sein, aber die Arbeitszeiten waren schon heftig", erläutert sie. Zehn oder elf Stunden seien keine Ausnahme gewesen. Zudem hatte sie immer befürchtet, sie könne sich bei den Patienten mit Krankheiten anstecken, und auch die Betriebsatmosphäre wäre nicht so toll gewesen. Deshalb zog sie nach einem Jahr die Reißleine und brach die Ausbildung ab.


Neuer Lebensabschnitt

Somit musste sie erst einmal wieder auf Jobsuche gehen. "Diesmal wusste ich aber ganz genau, was ich wollte und ich habe auch viel mehr Zeit und Energie in meine Bewerbungen investiert", schildert die 18-Jährige. Mit Erfolg: Zusammen mit zwei jungen Männern tritt sie heute ihre neue Ausbildung zur Kauffrau für Dialogmarketing im Bamberger Hafen an.
Wie Anastasia Crispens beginnen heute in Bamberg mehrere Hundert Auszubildende ihren neuen Lebensabschnitt. Die Handwerkskammer für Oberfranken meldet für Bamberg 151 neue Lehrlinge und für den Landkreis aktuell 213 neue Lehrverträge. Oberfrankenweit wurden 1651 Lehrverträge im Handwerk neu abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Plus von 1,5 Prozent.
Laut Handwerksammer befinden sich in der Stadt Bamberg aktuell 580 Jugendliche in einer Ausbildung im Handwerk, im Landkreis Bamberg sind es 749 Azubis. Besonders häufig werden in Stadt und Landkreis Bamberg die Berufe des Kfz-Mechatronikers, des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und des Elektronikers gewählt. Ebenfalls unter den Top 10 finden sich noch Bäcker, Friseure, Maler und Lackierer. Etwas abgenommen hat in den letzten Jahren die Anzahl der neuabgeschlossenen Lehrverträge in den Gesundheitsberufen.
Die IHK hingegen hat aktuelle Zahlen noch nicht ausgewertet. Deren Präsident, Heribert Trunk, rechnet jedoch damit, dass sie sich weiterhin auf Vorjahresniveau bewegen werden. Letztes Jahr verzeichnete die IHK im Gremiumsbezirk Bamberg 852 neu eingetragene Ausbildungsverhältnisse.


Es sind noch Plätze frei

Beide Kammern bestätigen zudem, dass auch zahlreiche Flüchtlinge unter den neuen Auszubildenden zu finden sind.
"Allerdings", so bedauerte Trunk, "haben längst nicht alle Unternehmen ihre Ausbildungsstellen besetzen können. Die Unternehmen wollen mehr ausbilden - allein, die Bewerber fehlen." Besonders in Sparten wie der Gastronomie, im Einzelhandel oder in der Lagerlogistik täten sich Betriebe schwer, Nachwuchs zu finden. Zu den beliebtesten Ausbildungsberufen zählen nach wie vor Industrie-, Büro- oder Automobilkaufleute. Trunk macht aber auch allen Bewerbern, die noch keine Lehrstelle haben, Mut: "In den ersten Wochen und Monaten eines Ausbildungsjahres ist noch immer Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt", versicherte er. Auch schwächere Schulabgänger könnten dabei noch zum Zuge kommen - zumal noch mehr als 100 Lehrstellenangebote derzeit allein in der Ausbildungsplatzbörse der IHK für Oberfranken Bayreuth gelistet seien.
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