Tiefenpölz

Der älteste tuckert seit 1924

Tiefenpölz — Das Bulldogtreffen der Bulldogfreunde Seigelstein in Tiefenpölz wird immer beliebter, dies geht aus den Anmeldungen hervor. Vor vier Jahren waren es 70, vor zwei Jahre...
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In ganz Tiefenpölz standen die alten Traktoren.  Fotos: privat
In ganz Tiefenpölz standen die alten Traktoren. Fotos: privat
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Tiefenpölz — Das Bulldogtreffen der Bulldogfreunde Seigelstein in Tiefenpölz wird immer beliebter, dies geht aus den Anmeldungen hervor. Vor vier Jahren waren es 70, vor zwei Jahren 170 und in diesem Jahr kamen mehr als 230 Traktoren in den kleinen Juraort. Dazu kamen noch einige hundert interessierte Besucher.
Mit so einen Ansturm hatte keiner gerechnet. Sämtliche Höfe und freien Flächen in der ganzen Ortschaft wurden von den Traktoren und den Pkw der Besucher belegt. Es kamen Schlepper in jedem Zustand: Die einen wurden aus dem Schuppen geholt, fahrbereit gemacht und eingeölt, die anderen waren top restauriert und wie aus dem Ei gepellt.

Bandsäge Marke Eigenbau

Es gab auch viele Anbaugeräte wie Kartoffelroder, Pflüge, Kreissägen usw. zu sehen. Ein besonderer Anziehungspunkt war eine selbstfahrende Bandsäge Marke Eigenbau aus dem Jahre 1927.
Das älteste Fahrzeug, das es zu bewundern gab, war ein MWM Motorpferd 14 PS mit Baujahr 1924, von dem in Europa angeblich nur noch sechs Stück vorhanden sind. Die Besitzer Walter und Mathias Lehnert aus Brünn bei Ebern bekamen den Pokal für den ältesten Bulldog. Den zweitältesten Schlepper, ein Fendt Dieselross mit Deutz Motor aus dem Jahre 1936, präsentierte der stolze Besitzer Thomas Hirsch aus Kälberberg. Es waren aber auch ganz neue Gefährte zu sehen.
Alle Bulldogbesitzer präsentierten stolz ihre Fahrzeuge, fachsimpelten untereinander und mit den interessierten Besuchern. Zur Stärkung der Gäste gab es Schäuferla aus dem Holzbackofen mit Klößen und Sauerkraut aus der Feldküche. Erstmals in diesem Jahre wurden im Frühjahr Kartoffeln extra für dieses Treffen gesteckt. Trotz des nicht optimalen Wetters, war die Ernte im Wandel der Zeit für alle, vor allem für die Kinder ein eimaliges Erlebnis. Die geernteten Kartoffeln wurden in der Dampfkolonne von Familie Lehnert aus Brünn bei Ebern gedämpft und den Gästen mit Ziebaleskäs oder Bratheringen angeboten.
Zur Rundfahrt mit den Tretbulldogs war eine Vielzahl von Kindern am Start, sie wurden für ihre anstrengende Fahrt mit einem Geschenk und Süßigkeiten belohnt.
Der Höhepunkt war wieder mal die Rundfahrt durch das Dorf. Als das Anführerfahrzeug, ein MF 7620 mit 200 PS und erst vier Wochen alt, am Festgelände ankam, fuhren die letzten "Schnaufer" erst los. Menschenmengen säumten die Straßen und winkten den Treckern mit ihren einzigartigen Motorengeräuschen begeistert zu. Für jeden Bulldogfreund ein unvergessenes Erlebnis.

Ältester Fahrer war 85

Jeder angemeldete Bulldog erhielt als Gastgeschenk ein in limitierter Auflage angefertigtes Blechschild, auf den der Seigelstein, das Wahrzeichen der Bulldogfreunde, zu sehen ist. Pokale bekamen noch: als ältester Bulldogfahrer mit 85 Jahren Klemens Schirner aus Stackendorf mit seinem Fendt Farmer 2D; die Oldtimer-Freunde Fränkische Schweiz als größte Gruppe und Jürgen Bücher aus Birstein vom Main Kitzig Kreis in Hessen für den weitesten Weg. Er fuhr mit seinem Massey Ferguson, Baujahr 1969, 208 Kilometer weit zum Treffen. Die Bulldogfreunde Seigelstein bedankten sich bei allen, die zum Gelingen dieses Treffens beigetragen haben.

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