Haßfurt

Der TV Haßfurt stellt sich mit fast komplett veränderten Vorstand neu auf

Mit einer verjüngten Führung geht der Turnverein (TV) 1861 Haßfurt in die nächsten Jahre. Unter den vier Ressortvorsitzenden und ihren vier Beisitzern gehör...
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Wolfgang Scholz
Wolfgang Scholz
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Mit einer verjüngten Führung geht der Turnverein (TV) 1861 Haßfurt in die nächsten Jahre. Unter den vier Ressortvorsitzenden und ihren vier Beisitzern gehört nur Gerd Wolf, der wiedergewählte Vorsitzende für Sport und Organisation, dem bisherigen Führungsgremium an. Wolf beschäftigte sich kritisch mit dem Verhältnis der Stadt zum TV und forderte ein ehrlicheres Miteinander.


"Das Gesicht des TV"

Der Wachwechsel war gut vorbereitet. So liefen die Neuwahlen bei der Jahresversammlung in der TV-Gaststätte zügig. Alle neuen Vorstandsmitglieder wurden einstimmig gewählt. Besonders großen Applaus bei der Verabschiedung der bisherigen Funktionäre erhielt Helene Friedrich, die seit 1999 im Vorstand ist - "das Gesicht des TV", sagte Wolf.
Eine Ehrung gab es für zwei TV-Urgesteine: In der Leichtathletik-Abteilung ist Wolfgang Scholz seit 40 Jahren Übungsleiter. Ebenso 40 Jahre ist Petra Benkert Übungsleiterin im Frauensport; sie besitzt viele Zusatzqualifikationen, und sie wurde zudem als langjährige Leiterin der Geschäftsstelle und der Mitgliederverwaltung verabschiedet. Künftig soll die Geschäftsstelle auf dem TV-Gelände bei Dominik Wagenhäuser in der Tennishalle angesiedelt sein.
Der TV hat aktuell 1244 Mitglieder, darunter 392 unter 18 Jahren. In den neun Abteilungen (Badminton, Fußball, Kinderturnen, Korbball, Leichtathletik, Tennis, Tischtennis, Breitensport/TFG, Volleyball) wirken 33 Übungsleiter und 45 Übungsleiter-Betreuer. Bei der Leichtathletik (neu: Fritz Hahn, Robert Lutz) und im Badminton (neu: Julian Maruschke) wechselte die Führung.


"Es bleibt zu wenig Geld"

Von stabilen Einnahmen und einer "schwarzen Null" berichtete Hanne Pfister - auch von dem alten Problem: Die alte Bausubstanz frisst Geld für Unterhalt und Energie. "Es bleibt zu wenig Geld für andere Aufgaben", sagte Georg Hiernickel. Das Motto "kleine Schritte", um den Sportbetrieb aufrechtzuerhalten, wurde umgesetzt. Stolz ist Hiernickel auf die Sanierung der Umkleiden und Duschen beim Gesamtverein und in der Tennishalle. Bei den Sanierungen verzeichnet der TV stolze 2712 Stunden Eigenleistung. Fleißigste Helfer, so Hiernickel, waren Sergej Schott, Fred Schwach, Harry Göb, Matthias Weinkauf und Dominik Wagenhäuser.
Eine Grundsatzrede hielt Vorsitzender Gerd Wolf zum Verhältnis der Stadt zum TV. Er bemängelte wiederholt "nicht wahrheitsgemäße Kommunikation"; der TV sei im Stich gelassen worden. Den Gedanken einer Fusion mit dem FC Haßfurt bezeichnete Wolf als absurd. Er forderte, die Stadt müsse sich mit einem Mehrsparten-Verein für ganz Haßfurt beschäftigen. Viel Beifall war ihm sicher.
Wolf stellte klar, dass der TV das Maifest hätte ausrichten können. Aber es sei auf dem Marktplatz aufgrund des Frühlingsmarktes und der damit verbundenen gewerblichen Angebote am und um den Marktplatz nicht lukrativ. Zumal es bis vor drei Wochen hieß, die Rathaushalle sei belegt. "Dieses Jahr hat sich der FC Haßfurt bereiterklärt, die Bewirtung zu übernehmen - das geht absolut in Ordnung", sagte Wolf. In Zukunft werde das Maifest, einst vom TV gegründet, weiter von ihm betrieben.


Thema Sportpark

Wolf bilanzierte zu dem Sportpark: "Vor über zehn Jahren hatten Verantwortliche wie Horst Lohs, Helene Friedrich, Udo Zehe und Rudi Eck die Weitsicht, dass der Turnverein - aber auch die Stadt Haßfurt und die anderen Sportvereine - von einer großen Mehrzweckhalle profitieren würden. Aus heutiger Sicht haben parteipolitische Kleinkriege, Missgunst und Neid die sportliche Zukunft der Stadt Haßfurt verbaut."
Der Stadtrat mit seinen Gremien habe stets hinter verschlossenen Türen verhandelt und sich nie mit dem TV an einen Tisch gesetzt. Eigens für den Sportpark sei der Sportbeirat geschaffen worden. "Was hat dieser Sportbeirat bisher geleistet? Worüber tagt der Sportbeirat in seinen Sitzungen?", fragte Wolf. Gespräche mit dem TV hätten bis heute nicht stattgefunden. Vielmehr werde "wieder hinter verschlossenen Türen über unsere Vorschläge diskutiert und letztlich abgelehnt. Sieht so eine vertrauensvolle Verhandlungsbasis aus?"


Das liebe Geld

Wolf kritisierte das Verhalten bei zwei TV-Anträgen. Einen Antrag ähnlich zur Förderung der JFG Haßfurter Maintal habe die Stadt zurückgestellt; als Information hieß es, die Förderrichtlinien sollten überarbeitet werden. Und das, obwohl der Kämmerer bei Bewilligung der JFG-Förderung darauf hinwies, dass der TV Haßfurt ebenfalls ein Anrecht auf diese Förderung habe, so Wolf.
Den Antrag auf Zuschuss zu den Planungskosten des Sportparks habe der TV zurückgezogen, "da der Antrag nach unseren Informationen abgelehnt werden würde und wir letztlich die Aussage erhielten, die Stadt hätte nie etwas mit der Planung des Sportparks zu tun gehabt. Der Stadtrat hätte aber ohne neue Pläne keine Entscheidungen getroffen. Auch wurden immer neue Planungen mit geringeren Umfang an anderen Standorten gefordert, was zu den über 180 000 Euro Gesamtplanungskosten führte. Nun sollen wir beweisen, dass es wirklich so war."
Die Stadt habe zugesagt, einen Sportparkbau mit rund 30 Prozent zu fördern. "Dies kann doch durchaus für die Planungskosten herangezogen werden", meinte Wolf.
Dass der TV die Teams in verschiedenen Hallen untergebracht habe, benutzten Stadträten zu der Behauptung, "der TV Haßfurt braucht ja gar keine Halle, es wäre ja alles gut. Ich lade jeden Stadtrat dazu ein", sagte Wolf, "eine Trainingseinheit einer Jugendgruppe mit mehr als 20 Kindern in der Turnhalle Ost zu leiten. Vielleicht versteht dann der ein oder andere, was wir benötigen, von was wir sprechen und wie unqualifiziert solche Aussagen sind."
Die nahe sportliche Zukunft in Haßfurt beschrieb Wolf als düster. "Die Dreifachhalle wird irgendwann demnächst umgebaut - die Berufsschule ebenso - wie lange hält unsere TV-Halle noch?" Die Stadt müsse endlich ihrer Verantwortung gerecht werden, forderte er. red
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