Dormitz

Der Sichtschutz zum Edeka-Markt darf bleiben

Ein Landwirt möchte auf seinem Grundstück ein Lagerbecken errichten. "Flüssiger Wirtschaftsdünger", also abgelagertes Material aus der Biogasanlage, soll dort über die Wintermonate...
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Ein Landwirt möchte auf seinem Grundstück ein Lagerbecken errichten. "Flüssiger Wirtschaftsdünger", also abgelagertes Material aus der Biogasanlage, soll dort über die Wintermonate untergebracht werden. Das bis zu vier Meter tiefe Becken selbst fasst 1000 Kubikmeter und soll von einem 1,45 Meter hohen Erdwall und einem 1,80 Meter hoher Maschendrahtzaun zum Schutz von Kleintieren umgeben sein. Laut dem Landwirt soll keine Gülle gelagert werden, obwohl das auch möglich wäre.
Von Mitte November bis Mitte Februar müssen diese Düngemittel gelagert werden, da sie nicht auf Wiesen und Felder ausgebracht werden können. Das heißt nicht, dass gleich am Tag nach dem 15. Februar die gesamte Grube geleert wird. Die Landwirte bringen Gülle oder andere Düngermaterialien erst nach und nach aus.
Das Becken erst Mitte April oder Mai zu leeren, war nicht im Sinne des Gemeinderates. Ihm fehlten für eine Entscheidung genauere Angaben, wie lange der Lagerzeitraum dann dauern würde, damit nicht in den heißen Sommermonaten derartiger Dünger gelagert ist. Eine Rücksprache mit dem Bauherrn soll darüber Aufschluss geben, um dann eine Entscheidung treffen zu können.


Sichtschutz kann bleiben

In einem weiteren Punkt ging es um die nachträgliche Genehmigung eines Lärm- und Sichtschutzzaunes. Er steht an einem Anwesen am Ortseingang von Dormitz, von Neunkirchen kommend. Dort, an der Staatsstraße, beschleunigen alle Autos, wenn sie den Ort verlassen, oder bremsen ihre Geschwindigkeit herunter, wenn sie in den Ort fahren. Scheinwerfer vom Parkplatz des gegenüberliegenden Edeka-Marktes sorgen weiterhin dafür, dass die dort wohnende Familie nur wenig Ruhe hat.
Einem Bürger ist der hohe Sichtschutzzaun der Familie aufgefallen und fragte diesbezüglich bei der Gemeinde nach. Nun ist dort eine Einfriedung, eine Holzwand bis zu zwei Meter Höhe erlaubt. Der Grundstücksbesitzer hat seine Holzwand aber mit einer Abschlussleiste aus feuerverzinktem Blech geschützt, sodass die Wand fünf Zentimeter über dem erlaubten Maß liegt. Wegen der besonderen Lage des Grundstücks wurde der Bauantrag genehmigt, die Sichtschutzwand darf so bleiben.


Gabionenzaun darf gebaut werden

Ebenfalls eine Lärm- und Sichtschutzwand wollte eine andere Familie errichten. Bei dieser Art des Schutzes handelt es sich um einen Gabionenzaun. Das Problem hier: Eine Einfriedung ist nicht erlaubt. Hecken dürfen in die Höhe wachsen, Zäune und Mauern aber nicht errichtet werden.
Bei dem damaligen Bebauungsplan wollte man offensichtlich einen bestimmten Gebietscharakter erhalten. Doch die Lage dort hat sich in den vergangenen Jahren ebenfalls geändert. Mehr Durchgangsverkehr wird dort gezählt. Der Antragsteller wollte deshalb eine isolierte Befreiung von dem geltenden Plan, was ihm mit zehn zu drei Stimmen auch gewährt wurde.


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