Burgpreppach
Forschung 

Der "Preppacher" Burg auf der Spur

Zu dem historischen Gebäude in Burgpreppach gibt es neue Erkenntnisse. Geophysikalische Untersuchungen unterstützen die Vermutungen. Pfarrer Peter Bauer berichtete über "erfolgversprechende Ansätze".
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Pfarrer Peter Bauer stellte die Ergebnisse der "Suche nach der alten Burg zu Burgpreppach" vor. Das Bild auf der Leinwand entspricht dabei in keiner Weise der gesuchten Burg, sondern diente, wie er betonte, lediglich als Aufhänger für den Vortrag, da es von der gesuchten Anlage keine Bilder gibt. Foto: Jens Fertinger
Pfarrer Peter Bauer stellte die Ergebnisse der "Suche nach der alten Burg zu Burgpreppach" vor. Das Bild auf der Leinwand entspricht dabei in keiner Weise der gesuchten Burg, sondern diente, wie er betonte, lediglich als Aufhänger für den Vortrag, da es von der gesuchten Anlage keine Bilder gibt. Foto: Jens Fertinger
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Pfarrer Peter Bauer überraschte bei seinem jüngsten Vortrag zum Thema "Alte Burg von Burgpreppach" das Publikum mit den allerneuesten Ergebnissen zur Frage, ob es in Burgpreppach wirklich eine Burg gegeben hat. Am Ende seiner hochinteressanten Ausführungen stand fest, "da ist was da", so der Referent wörtlich. Genauere Ergebnisse zu finden, möchte Pfarrer Bauer den Fachleuten überlassen. Zumindest lassen die radiologischen Untersuchungen sowie eine geoelektrische Tomographie den Schluss zu, dass an dem untersuchten Platz die alte Burg gestanden haben könnte.
Der zeitliche Rahmen für das Referat lag passgenau zwischen den beiden Fußballspielen zur Europameisterschaft "Österreich-Ungarn" und "Portugal-Island". Rund drei Dutzend Interessenten hatten sich zu oben genanntem Vortrag eingefunden, unter ihnen die Vertreter des Historischen Vereins im Landkreis Haßberge sowie etliche Ehrenamtliche, die bei den Untersuchungen Anfang März tatkräftig mitgeholfen hatten.


Blick ins späte Hochmittelalter

Spekulationen legen, wie die Zuhörer erfuhren, nahe, dass es seit dem späten Hochmittelalter (etwa um 1200) in Burgpreppach eine relativ große Burg gegeben hat, die im Jahr 1512 während des Bauernkrieges zerstört worden war. Doch der genaue Standort blieb bisher im Verborgenen. Licht in das Dunkel zu bringen, war die Aufgabe der Diplomgeologen, die man zwecks Bodenradarmessungen hinzugezogen hatte.


"Linsenburg" im Fokus

Standorte der "Burg" auf dem Gelände der Siedlung "Fußenburg" oder "Hühnerburg" wurden vorher schon ausgeschlossen: Dort fanden sich weder Scherben aus dem Mittelalter noch gab es dort Wasser - eine wichtige Voraussetzung für den Betrieb einer Burg. Es blieb also nur noch der sogenannte Sporn im Süden. Für den Bereich "Linsenburg" sprechen vor allem die Überlieferung (Name!), Scherben, die Lage in der Nähe zur Kirche und der ehemaligen "Weinstraße". Für die Wasserversorgung könnte der sogenannte Ochsensee als geeignet angesehen werden, der bis ins 19. Jahrhundert bestanden hatte. Im Umfeld der "Linsenburg" finden sich alte Mauern und vermutliche Spolien, jene Steine, die im Kirchturm, in Kellern und Mauern einer Zweitverwendung zugeführt wurden.
Nach all den genannten Kenntnissen warteten die Zuhörer gebannt auf die Ergebnisse der neuesten Bodenuntersuchungen. Stolz konnte Pfarrer Bauer berichten, dass die Messungen "erfolgversprechende Ansätze" zutage gebracht haben: In einer Tiefe von etwa 160 Zentimetern zeigten sich auf der Karte feste Gesteinsformationen, die den Standort der alten Burg zumindest vermuten lassen. Es können Felsstrukturen natürlicher Herkunft sein oder - und dann wäre man dem erklärten Ziel ein riesiges Stück nähergekommen - von Menschenhand erstellte Steinfundamente.
Um Klarheit zu bekommen, sind archäologische Untersuchungen nötig, ehe man mit Gewissheit sagen kann: Hier war der Standort der Burg. Bauer hofft, dass eine Studentengruppe bei einem "Sommercamp" punktuelle Grabungen durchführen darf, um Vermutungen bestätigt zu bekommen ...

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