Aschbach

Der Landrat schälte Äpfel

Geschirr spülen, Betten beziehen und Äpfel für einen Kuchen schälen: der Bamberger Landrat Hans Kalb arbeitete einen Vormittag lang im Aschbacher Pflegeheim.
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Jede Menge Apfelschnitze wurden für den Kuchen gebraucht - Landrat Kalb half kräftig mit. Foto: Evi Seeger
Jede Menge Apfelschnitze wurden für den Kuchen gebraucht - Landrat Kalb half kräftig mit. Foto: Evi Seeger
Brötchen streichen, Frühstücksgeschirr spülen, Bett beziehen - Tätigkeiten, die eigentlich nicht typisch sind für den Job eines Landrats. Der Bamberger Landrat Hans Kalb (CSU) wollte es dennoch wissen und ließ sich im Aschbacher Pflegeheim "Hephata" auf einen Rollentausch ein. Für den wohl meist am Schreibtisch agierenden Landkreischef hieß das, Arbeiten zu übernehmen, die sonst Tag für Tag von Pflegerinnen und Betreuerinnen ausgeführt werden.


Zuerst in die Tagespflege

Die Tagespflege war die erste Station, in die der Landrat von Peter Böhnlein, dem Leiter der Einrichtung, und von Pflegedienstleiterin Tanja Ott geführt wurde. Um 9 Uhr gibt es dort für Tagesgäste und Betreuerinnen gemeinsames Frühstück. Bereits um 7.30 Uhr treffen die ersten "Gäste" ein, die letzten kurz vor 9 Uhr. Nach dem Frühstück wird - ebenfalls gemeinsam - Geschirr gespült, eine Aufgabe, in die dieses Mal der Landrat eingeteilt wurde. Schlüsselfelds Bürgermeister Johannes Krapp und zwei Damen aus der Frühstücksrunde assistierten ihm.


Arbeitsteilung zu Hause

So wie der Landrat anpackte, war die Frage berechtigt, ob er denn häufiger in der Küche zugange sei. Ja, zu Hause gebe es Arbeitsteilung, und er koche und spüle auch. Was für ihn kein Problem sei, denn er habe es bei den Franziskanern im Antonianum gelernt. Geschirr für hundert Personen musste dort täglich gespült werden und Spülmaschinen habe es noch nicht gegeben.
Erfahrung brachte Kalb auch beim Bettbeziehen mit, die nächste Aufgabe, der er sich stellte. Allerdings ließ er sich von Heimbewohnerin Dorle Wittri einige praktische Tipps geben.
Denn Kalbs Kenntnisse vom "Betten bauen" bei der Bundeswehr reichten nicht ganz aus, auch wenn die temperamentvolle Hessin am Ende lobte, ihr Schüler habe sich "sehr geschickt" angestellt.
Die Pflegegruppe (ständige Heimbewohner) war gerade dabei, einen Apfelkuchen vorzubereiten, als der prominente Gast eintraf. Jede Menge Äpfel mussten geschält werden und Betreuungsassistentin Maria Hofmann gab genaue Anweisungen wie die Apfelschnitze aussehen sollten.
Bis gegen Mittag dauerte der Rollentausch und am Ende hörte der Landrat nur Lob. Er hatte alle Arbeiten mit Bravour gemeistert und sich dabei ein ganz persönliches Bild von der Pflegearbeit gemacht.


Tagespflege seit Oktober

Der Landkreis habe selbst elf Altenheime, erzählte Kalb. Deshalb habe er sich bewusst für das der Diakonie Bamberg-Forchheim unterstellte Hephata entschieden. Die Tagespflege, ein Angebot, das es in Aschbach seit 1. Oktober dieses Jahres gibt, sei ein Segen für die Angehörigen, wusste der Landrat aus der Erfahrung mit seinem pflegebedürftigen Vater. Wie Einrichtungsleiter Peter Böhnlein berichtete, werden die Tagesgäste morgens im weiten Umkreis abgeholt und abends wieder zurückgebracht.
Die Tagespflege sei ein Bereich, der einfach in das Gesamtkonzept gehöre und "mitfinanziert" werden müsse. "Wenn wir Glück haben, bekommen wir bald einen Siebensitzer-Bus zur Beförderung der Tagespflegegäste", hofft Böhnlein.
Das Fahrzeug werde durch die Glücksspirale bezuschusst. Das Hephata könne auch Nachtpflege anbieten. In diesem Fall können die pflegebedürftigen Menschen tagsüber zu Hause im gewohnten Umfeld bleiben.
In der Nacht, wenn manche sehr unruhig und umtriebig sind, können sie im Heim gepflegt werden. Sicher ein tolles Angebot für Angehörige, die wieder einmal ein paar Nächte richtig durchschlafen möchten.

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