Altendorf

Der Jugendtreff im Bauwagen

Der Altendorfer Gemeinderat will das Engagement für Jugendliche auf professionelle Beine stellen.
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Die Altendorfer Jugendlichen arbeiten an ihrem Jugendtreff zusammen mit den gemeindlichen Jugendbeauftragten Bettina Knörrlein und Markus Heppt. Foto: Andrea Spörlein
Die Altendorfer Jugendlichen arbeiten an ihrem Jugendtreff zusammen mit den gemeindlichen Jugendbeauftragten Bettina Knörrlein und Markus Heppt. Foto: Andrea Spörlein
Ausführlich informierte sich der Altendorfer Gemeinderat in seiner letzten Sitzung über die Möglichkeit, professionelle Jugendarbeit vor Ort anzubieten. Bürgermeister Karl-Heinz Wagner (CSU) sprach davon, wie wichtig es wäre, für Kinder und Jugendliche einen festen und kontinuierlichen Ansprechpartner zu haben. Für viele Bereiche, ob es nun um Themen wie Mobbing, Schule und Ausbildung oder Probleme in der Familie gehe, sei eine ausgebildete Fachkraft notwendig. Gleiches gelte für den mittlerweile renovierten Bauwagen der Gemeinde, der als Jugendtreff dienen soll. Hier müssen Spielregeln aufgestellt und Modalitäten festgelegt werden. Die beiden kommunalen Jugendbeauftragten Bettina Knörrlein und Markus Heppt können das laut Bürgermeister Wagner nicht leisten.
Michael Gerstner, Bereichsleiter des Verein Iso e.V., stellte seinen Verein als überregional anerkannten Träger der Jugendhilfe vor, der in der Region mit rund 100 Mitarbeitern tätig ist. Mittlerweile beteiligen sich 14 Gemeinden am Jugendarbeitsmodell (Jam). Begonnen hat man bereits vor 15 Jahren mit fünf Gemeinden. Durchgeführt wird Jam als Kooperationsprojekt der teilnehmenden Gemeinden, des Landratsamtes Bamberg und des Vereins Iso.
Für eine Kommune unter 3000 Einwohnern orientiert man sich beim Verein an zehn Wochenstunden. Der Landkreis beteiligt sich bei den Personalkosten im ersten Jahr mit 30 Prozent, im zweiten mit 20 Prozent und in jedem weiteren mit zehn Prozent. Iso übernimmt Auswahl, Einsatz, Fortbildung und Anleitung des Fachpersonals sowie eine mögliche Akquise von zusätzlichen Fördergeldern für die Jugendarbeit. Eine Kosten- und Leistungstransparenz erfolgt durch eine Jahresrechnung und die statistische Auswertung der Tätigkeiten.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Kooperation zwischen mehreren Gemeinden bei gemeinsamen Aktionen oder Tagesfahrten. Zur Konzeption gehört auch die Vernetzung mit Vereinen und Akteuren vor Ort, der Förderung von sozialen Kompetenzen, der Jugendkultur, des freiwilligen Engagements und der Einbindung ins Gemeindeleben.
Daneben ist die aufsuchende Jugendarbeit ein wichtiger Aspekt, ganz gleich ob das nun der Spielplatz, das Buswartehäuschen oder ein anderer Ort in der Gemeinde ist. Insbesondere dann, wenn das bei den jeweiligen Nachbarn zu Beschwerden führt.
Jugendliche sollen dazu befähigt werden, "ihren" Treff selbst zu organisieren, auch einmal eine Veranstaltung zu planen oder beim örtlichen Markttag mit einem eigenen Stand dabei zu sein. Entscheidend ist für Gerstner, dass man die Arbeit "nach der Bedarfslage und den Schwerpunktsetzungen der jeweiligen Kommune" ausrichtet. "Passgenaue Lösungen müssen gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort erarbeitet werden", so der Diplom-Sozialpädagoge, der aber auch die Präventionsarbeit ganz oben auf der Tagesordnung sieht.
Der Gemeinderat wird in seiner nächsten Sitzung darüber entscheiden, ob er dem Modell näher treten will und Iso e.V. mit der kommunalen Jugendarbeit beauftragen wird. Dann müssen die entsprechenden Vertragsmodalitäten letztendlich geklärt werden.


Sinn und Unsinn einer Verordnung

Der Gemeinderat musste außerdem über den Sinn beziehungsweise Unsinn einer "Verordnung über das Verbrennen von holzigen Gartenabfällen" entscheiden. Obwohl die Sinnhaftigkeit von zahlreichen Gemeinderatsmitgliedern angezweifelt wurde, ist der Erlass mit Mehrheit dann verabschiedet worden.
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