Lichtenfels

Der "Highlander" unter den Internisten

Lichtenfels — Aus den Grußworten wird es mehr als deutlich: Hier geht jemand ganz Besonderes. Nach 30 Jahren im Dienste für die Menschen der Lichtenfelser Region, verabschiedete si...
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Dr. Helmut Gutgesell (Mitte) verabschiedet sich in den Ruhestand. Gemeinsam mit Gattin Karin freute er sich über die Feierstunde, die zu seinen Ehren im MVZ organisiert worden war. Unser Bild zeigt beide im Kreise von Mitarbeiterinnen, Freunden, Kollegen und Regiomed-Vertretern. Foto: Regiomed
Dr. Helmut Gutgesell (Mitte) verabschiedet sich in den Ruhestand. Gemeinsam mit Gattin Karin freute er sich über die Feierstunde, die zu seinen Ehren im MVZ organisiert worden war. Unser Bild zeigt beide im Kreise von Mitarbeiterinnen, Freunden, Kollegen und Regiomed-Vertretern. Foto: Regiomed
Lichtenfels — Aus den Grußworten wird es mehr als deutlich: Hier geht jemand ganz Besonderes. Nach 30 Jahren im Dienste für die Menschen der Lichtenfelser Region, verabschiedete sich Internist Dr. Helmut Gutgesell jetzt in den mehr als verdienten Ruhestand und sorgt damit für das Gegenteil - für Unruhe nämlich.
"Kaum vorstellbar" sei es, nun auf den fachlichen Rat des Arztes und Kollegen aber auch auf den Menschen, den Freund Helmut Gutgesell verzichten zu müssen, erklären die Redner. "Sein großes Vorbild" nennt ihn Chefarzt Dr. Holger Göbel (Klinikum Lichtenfels). Praxiskollege Dr. Rolf Seipel bezeichnet ihn gar als "Highlander unter den Internisten". Die Worte "letzter Universalinternist" und "Eminenz" fallen - allein daran wird schon erkennbar, welchen Respekt der mittlerweile fast 66-Jährige genießt.
Weggefährten, Kollegen, Mitarbeiterinnen, Freunde und Vertreter der Regiomed-Kliniken sind es, die Helmut Gutgesell an seinem Arbeitsplatz mit Sekt und Häppchen überraschen, um ihm seinen letzten Arbeitstag zu versüßen. Allen voran Gattin Karin Gutgesell und Tochter Nina. Simone Müller, Bereichsleiterin der ambulanten Versorgung Regiomed, dankt für das außerordentliche Engagement Gutgesells im Zuge der Erweiterung des Medizinischen Versorgungszentrums um die internistische Abteilung.
Eva Jungkunst, Krankenhausdirektorin des Helmut-G.-Walther-Klinikums Lichtenfels drückt ihre Hochachtung aus, für all das "Herzblut", das der Arzt in seine Arbeit fließen ließ. Auch Knut Götz, ärztlicher Leiter des MVZ und Dr. Horst Hümmer, Internist und Kardiologe, betonen noch einmal ihren Respekt vor der Lebensleistung des scheidenden Arztes.
Und der dermaßen Geehrte ist gerührt. "Ich kann zufrieden zurückschauen", erklärt er. "Ich würde nicht viel anders machen." Dabei sah es zunächst gar nicht danach aus, als ob aus Helmut Gutgesell ein Mediziner werden würde. Auf einem Bauernhof in Schney aufgewachsen hatte der Älteste von vier Geschwistern eigentlich eine Karriere als Werkzeugmacher vor sich. Die Lust am "Lernen, wie was funktioniert" trieb ihn jedoch an, zunächst das Abitur nachzuholen und dann vom damaligen Coburger Polytechnikum zur Humanmedizin zu wechseln. Und auch da interessierte ihn eher die Komplexität der Funktionsweise der inneren Organe als alles andere. "Nichts gegen die Chirurgen", bemerkt Gutgesell augenzwinkernd, "aber das fand ich spannender." Viele lobende Worte findet er schließlich für die Zusammenarbeit mit Erich Dünninger, Chefarzt Kardiologie und Holger Göbel, Chefarzt Gastroenterologie am Klinikum Lichtenfels, mit denen der fachliche Austausch immer bereichernd gewesen sei. Sich selber treu bleiben, sich nicht verbiegen lassen - ein Credo, dem Helmut Gutgesell immer gefolgt ist, als leidenschaftlicher Mediziner dabei uneitel und gelassen. "Die einen kaufen sich einen Porsche", lacht er, "ich kauf mir ein neues Ultraschallgerät".
Stete Begleiterin an seiner Seite ist dabei Gattin Karin, der Gutgesell in seinen Dankesworten von Herzen für ihre Unterstützung, ihr Verständnis und ihre Geduld dankt. Dass es Helmut Gutgesell in seinem Ruhestand langweilig werden könnte, daran glaubt übrigens keiner, der ihn gut kennt.
Zunächst will dieser sein Handicap beim Golfspielen verbessern. Reisen stehen auf dem Programm und wer weiß, vielleicht wird er seinen Kollegen in Zukunft ab und an doch noch einmal mit fachlichem Rat zur Seite stehen oder eine Urlaubsvertretung übernehmen. Auf jeden Fall hat der frischgebackene Rentner noch viel vor: "Wer meint, er sei am Ziel, der hat seine Ziele nicht hoch genug gesetzt", sagt er.
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