Herzogenaurach

Der Grieche Georgios Halkias fühlt sich in Herzogenaurach heimisch

von unserem Mitarbeiter Max Kaltenhäuser Herzogenaurach — Als Dritter Bürgermeister und Apothekenbesitzer ist er kaum noch aus dem Herzogenauracher Stadtleben wegzudenken: Seit meh...
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Georgios Halkias Foto: Stadtmuseum
Georgios Halkias Foto: Stadtmuseum
von unserem Mitarbeiter Max Kaltenhäuser

Herzogenaurach — Als Dritter Bürgermeister und Apothekenbesitzer ist er kaum noch aus dem Herzogenauracher Stadtleben wegzudenken: Seit mehr als drei Jahrzehnten lebt Georgios Halkias schon in Deutschland. Doch hin und wieder zieht es den gebürtigen Griechen wieder zurück in seine alte Heimat.
Im Rahmen des neuen Stadtmuseumsprojekts "Migration und Heimat" erzählte er vier interessierten Realschülern seine Geschichte und wie ihn sein Weg vom Pagasitischen Golf an die Aurach führte.
In wenigen Tagen feiert Georgios Halkias ein ganz besonderes Jubiläum. Denn am Karfreitag vor 32 Jahren begann für den aus Vólos in Thessalien stammenden Apotheker die Reise in seine neue Heimat. Mit dem Bus war der damals 18-Jährige über Österreich nach Deutschland gefahren. Dabei hatte der frischgebackene Abiturient ein ganz besonderes Ziel vor Augen: "Ich wollte unbedingt hier studieren und als Biochemiker in die Forschung gehen. Aber dann ist alles etwas anders gekommen."
Denn statt Biochemie wurde Halkias für den pharmazeutischen Studiengang an der Erlanger Universität akzeptiert. "Es ist damals eigentlich alles problemlos und sehr gut für mich gelaufen. Ich hatte gleich zu Beginn einen guten Eindruck von Deutschland", erzählte Halkias den vier Zehntklässlern, die den Zuwanderer befragten. Auch die Sprache bereitete dem mittlerweile 49-Jährigen keine größeren Probleme. Bereits in Griechenland hatte er seinen ersten Deutschkurs belegt, auch wenn er sich einen kleinen Akzent bewahrt hat. "Mein griechischer Akzent ist mein Markenzeichen. Das habe ich behalten und das finde ich auch gut so", meinte Halkias.
Nach elf Jahren in Erlangen führte ihn sein Weg über Falkendorf nach Herzogenaurach. Hier baute sich Halkias, der sowohl die griechische als auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, seine Existenz auf: Nach sieben Jahren als Mitarbeiter einer Apotheke im Herzen der Stadt übernahm er diese schließlich. Mit seiner Frau, die aus dem serbischen Teil Bosniens stammt, hat er zwei Kinder. Seit 2014 ist er Mitglied im Stadtrat und als Dritter Bürgermeister aktiv.
Obwohl der griechisch-orthodoxe Halkias in der Schuhstadt seine zweite Heimat gefunden hat, zieht es ihn doch hin und wieder zurück nach Griechenland. Vor allem die Sehnsucht nach dem Meer lotst ihn regelmäßig zurück nach Vólos. "Heimat bedeutet für mich, dort zu sein, wo man sich wohl fühlt, wo man arbeitet und seine Familie hat. Und in Herzogenaurach wurde ich sehr gut von den Menschen aufgenommen und fühle mich daher hier auch heimisch."

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