Dormitz

"Der Einschnitt in unsere Flur ist riesig"

Dormitz — In einer Informationsveranstaltung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) informierten sich betroffene Grundeigentümer und Landwirte über die Planungen zur Ortsumgehung Do...
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Dormitz — In einer Informationsveranstaltung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) informierten sich betroffene Grundeigentümer und Landwirte über die Planungen zur Ortsumgehung Dormitz und weitere Schritte im Planfeststellungsverfahren.
"Wir stehen im Zwiespalt zwischen Verkehrsentlastung der Ortsdurchfahrt Dormitz und dem Verlust unserer Grundstücke durch die geplante Umgehungsstraße", brachte es laut Pressemitteilung des BBV ein betroffener Landwirt und Hauptstraßenanwohner auf den Punkt. "Der Einschnitt in unsere Flur und die Zerschneidung des Landschaftsbildes sind riesig, dabei ist die Weiterführung Richtung Erlangen nicht einmal sicher. Ich bin nicht bereit, mein Eigentum dafür abzutreten."
Etwa 35 betroffene Landwirte und Grundeigentümer waren am Montagabend der BBV-Einladung gefolgt und informierten sich eingehend über die geplante Verlegung der Staatsstraße 2240 bei Dormitz.
Daniel Spaderna von der BBV-Geschäftsstelle in Forchheim stellte die geplante Trasse und die Lage der geplanten Ausgleichsflächen vor. Der Eingriff in die Landschaft und das Eigentum der Landwirte ist nicht unerheblich: Mehr als 17 Hektar Fläche werden für die geplante Umgehungsstraße benötigt, das entspricht der durchschnittlichen Größe eines landwirtschaftlichen Betriebs im Landkreis Forchheim. Davon werden jedoch nur 3,74 Hektar für die eigentliche Straße benötigt, der Rest sind Straßenbegleitgrün und 6,37 Hektar Ausgleichsflächen, die den Bauern entzogen werden und für die Erzeugung hochwertiger Nahrungsmittel nicht mehr zur Verfügung stehen. "Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Einwendungen gegen die Trasse schnellstmöglich vorzubringen", empfahl Spaderna, "Alles, was bis 16. Dezember 2014 nicht vorgetragen wird, findet keine Berücksichtigung im weiteren Planfeststellungsverfahren!" "Derzeit wird niemand auf Sie zukommen und Ihnen erklären, wie Sie betroffen sind", so Rechtsanwalt Alexander Hahn aus Bamberg, der als Fachanwalt für Agrarrecht oberfrankenweit eine Vielzahl von Eigentümern und Bewirtschaftern in Enteignungs- und Entschädigungsfragen vertritt. Im weiteren Verlauf des Abends erläuterte Hahn neben dem Ablauf des Planfeststellungsverfahrens auch, welche Möglichkeiten und Rechte für die Betroffenen bei Grundinanspruchnahme, Enteignung und Entschädigung bestehen.
In einer ausführlichen Diskussion konnten zahlreiche Fragen der Landwirte geklärt werden und es wurde auch deutlich, welche Auswirkungen das Projekt auf die landwirtschaftlichen Betriebe und Grundeigentümer hat: "Durch die geplante Trasse werden Flurwege unterbrochen, unsere Grundstücke können wir nur durch lange Umwege erreichen", machte ein Landwirt seinem Ärger Luft.
Weiterhin befürchten die Landwirte durch die tiefen Einschnitte der Trasse eine Veränderung der Grundwasserverhältnisse, des Wasserabflusses bei Starkregen und Beschädigung der Drainagen, was einerseits zu einem Wertverlust ihrer Grundstücke führte, andererseits auch die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln gefährde. red


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