Coburg

Den Auftrag voll erfüllt

Forscherinnen-Camp  Dass Frauen sehr wohl ein Händchen für Technik haben und clevere Lösungen finden, zeigten acht Schülerinnen, die sechs Tage in die Welt der Ingenieure eintauchten.
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Bei der Abschlussveranstaltung des Forscherinnen-Camps überzeugten die Mädchen mit ihrer Präsentation zur Steuerung einer Druckluftstation. Foto: Daniela Köhler
Bei der Abschlussveranstaltung des Forscherinnen-Camps überzeugten die Mädchen mit ihrer Präsentation zur Steuerung einer Druckluftstation. Foto: Daniela Köhler
Coburg — Eingeladen zum "Forscherinnen Camp" hatte der Coburger Druckluft-Spezialist Kaeser Kompressoren, zusammen mit Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft und der Hochschule Coburg. Sechs Tage testeten Mädchen ab einem Alter von 15 Jahren, ob ihnen der Beruf Ingenieurin Spaß macht.
Um den Mädchen einen möglichst realistischen Einblick in eine mögliche Zukunft zu geben, arbeiteten diese an einem Forschungsauftrag, der ihnen von der Firma Kaeser gestellt wurde: Es galt, den Nutzen der Druckluftstation des Glasfla kon-Herstellers Heinz-Glas in Tettau zu optimieren.


Von der Theorie in die Praxis

Die theoretischen Kenntnisse erhielten die Mädchen an den ersten beiden Tagen in den Hörsälen der Hochschule. Dort standen Studenten und Dozenten für Fragen über den Auftrag und zu den technischen Studiengängen zur Verfügung. Dann ging es zu Heinz-Glas. Nach einer Führung durch Glasmuseum, Produktion und Tropenhaus stand eine der insgesamt sechs Druckluftstationen des Unternehmens im Fokus der Aufmerksamkeit der Mädchen. Heinz-Glas wollte wissen, welchen Nutzen das Unternehmen davon haben würde, wenn die jetzt vorhandene Steuerung der Station durch das brandneue Modell ersetzt würde, das viele innovative Möglichkeiten bietet.
Die Steuerung einer Druckluftstation stimmt die einzelnen Maschinen optimal auf die Produktionsanforderungen ab, kommuniziert mit den Menschen, die die Station bedienen und bietet ihnen Einblicke in das, was in der Station geschieht. Die dabei gewonnenen Daten können weiter genutzt werden, zum Beispiel für Energiemanagement oder um die Wartung der Station zu optimieren.
Catharina Höhn (15) und Lara Wydra (15), beide in der neunten Klasse der Coburger Gym nasien Casimirianum und Alexandrinum, konnten sich schon nach drei Tagen vorstellen, den Beruf der Ingenieurin zu ergreifen. "Wir wissen zwar noch nicht genau, welchen Studiengang wir machen werden, aber ein technischer wird es sein", waren sich beide einig. "Das Forscherinnen-Camp ist eine gute Möglichkeit, einen Einblick in die Firmen zu erhalten, die es in der Region gibt, und selbst auch auszuprobieren, ob einem das liegt, was dort an Tätigkeiten anfällt", sagt Lara Wyra, und Catharina Höhn fügt hinzu: "Es ist anstrengend, aber es ist auch wirklich sehr interessant."
Die letzten beiden Tage arbeiteten die Mädchen in der Firma Kaeser an ihren Lösungsvorschlägen, die sie am Freitag vor Vertretern aller beteiligten Unternehmen, Institute und ihren Eltern präsentierten. Am Ende war der Vertreter der Firma Heinz-Glas, Karl Rothlauf, von dem, was die Mädchen vorstellten begeistert. "Das habt Ihr großartig gemacht, alle meine Anforderungen sind erfüllt, und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir diese Station zeitnah mit einer neuen Steuerung ausrüsten", sagte er.
"Auch in diesem Jahr war das Forscherinnen-Camp wieder ein voller Erfolg", freute sich Kaeser-Projekt-Ingenieurin Anja Seitz, die das Camp bereits seit neun Jahren betreut. Es sei immer wieder schön zu sehen, wie engagiert die Mädchen an die Aufgabe herangehen und welch gute Lösungen sie finden.
Und auch für Kaeser hat sich das Camp gelohnt: Inzwischen konnten bereits drei junge Damen gewonnen werden, die im Rahmen eines Dualen Studiums für Kaeser tätig sind. red

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