Tettau
Auszeichnung 

"Das spornt an, weiterzumachen"

Die Tester der Zeitschrift "Feinschmecker" halten die Bäckerei Ruß in Tettau für eine der Besten bundesweit. Für Bäckermeister Hubert Ruß ist dies Bestätigung der handwerklichen Arbeit und Mutmacher zugleich.
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Hubert Ruß mit der "Feinschmecker"-Urkunde in seiner Bäckerei  Foto: Veronika Schadeck
Hubert Ruß mit der "Feinschmecker"-Urkunde in seiner Bäckerei Foto: Veronika Schadeck
Die Geschmäcker sind verschieden, doch bei der Bäckerei Ruß in Tettau waren sich die Tester der Gourmet-Zeitschrift "Feinschmecker" einig: Die Bäckerei gehört mit zu den Besten ihrer Zunft in ganz Deutschland und wurde mit einer Urkunde ausgezeichnet. Die Bäckerei Ruß ist somit der einzige Handwerksbetrieb in dieser Zunft im Landkreis Kronach, der zu den "500 Besten" zählt.
Bäckermeister Hubert Ruß: "Wir wissen, dass wir gute Arbeit machen!" Diese Auszeichnung zeige, so Ruß, dass man mit den Backwaren den richtigen Weg gehe. Alle Backwaren werden demnach selbst hergestellt, sein Team und er könnten den Kunden jederzeit sagen, was drin ist.
Verwendet wird Ruß zufolge eigener Sauerteig, es wird komplett auf chemisch veränderte Rohstoffe verzichtet. Auf diese Weise könne der Wunsch der Kunden nach Lebensmitteln aus "echten", nicht industriell vorgefertigten Rohstoffen, erfüllt werden. Es werde darauf geachtet, dass der Teig richtig gärt. Das werde immer wichtiger, denn Lebensmittel-Allergien und -Unverträglichkeiten treten immer häufiger auf, erklärt der Bäckermeister.
Hubert Ruß, der im kommenden Jahr mit seinen sieben Mitarbeitern 20-jähriges Bestehen mit seiner Bäckerei feiert, hat bereits vor drei Jahren diese Auszeichnung erhalten. Damals war er einer unter den 600 Besten in Deutschland. Im Frühjahr hatte er von der "Feinschmecker"-Redaktion einen Anruf erhalten, "ob es mich denn noch gibt". Danach hörte er nichts mehr, bis er vor wenigen Tagen Post vom "Feinschmecker" bekam.
Wie der Bäcker weiter berichtet, hätten ihn dann im Laufe des Jahres 2016 geschulte Redaktionsmitarbeiter anonym besucht und anhand von Testkäufen Brot und Brötchen geprüft. Neben der rein handwerklichen Qualität von Brot und Brötchen habe bei der Bewertung auch die Freundlichkeit und Kompetenz der Verkäuferinnen eine Rolle gespielt sowie die Atmosphäre im Geschäft und das Gesamtsortiment.
Ruß erklärt auch, dass für die Bewertung der Bäckereien die Mitarbeiter und Redakteure von der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks in Weinheim geschult worden seien. Die Journalisten haben dort nicht nur die wichtigsten Qualitätskriterien für gute Backwaren vermittelt bekommen, sondern übten sich auch selbst im Teig kneten und Backen von Brot.
Hubert Ruß, der sich als leidenschaftlicher Bäcker bezeichnet, sieht in dieser Auszeichnung auch eine Chance, das Bewusstsein der Bevölkerung für die heimischen kleinen Bäckereien zu sensibilisieren. Weiterhin hofft er, dass der eine oder andere junge Mensch auf das Bäckerhandwerk aufmerksam wird. "Bäcker ist ein schöner und kreativer Beruf", schwärmt er. Die Auszeichnung versteht er zudem als Mutmacher. Der 49-Jährige ist überzeugt, dass trotz der Industriealisierung in seiner Branche das Bäckerhandwerk Zukunft hat. Die Menschen, so stellt er fest, ernähren sich bewusster, sie achten mehr auf Qualität ihrer Lebensmittel. Und letztendlich sei die Auszeichnung auch die Anerkennung seiner Arbeit. "Und das spornt an, weiterzumachen".
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