Walsdorf

Das Trafohäuschen kommt fein raus

Gemeinderat  Ein schmuckloses Bauwerk dürfen die Walsdorfer künstlerisch aufwerten. Diskussion gab es um die Abwassergebühren.
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Originell: So könnte das künstlerisch gestaltete Trafohäuschen in Walsdorf bald aussehen.  Fotomontage: dg/p
Originell: So könnte das künstlerisch gestaltete Trafohäuschen in Walsdorf bald aussehen. Fotomontage: dg/p
von unserem Mitarbeiter  Dieter Grams

Walsdorf — Wie auch schon in der Vergangenheit hat das Bayernwerk unter seinen oberfränkischen Gemeinden einen Preis verlost, und Walsdorf hat eins der Glückslose gezogen. Der Preis ist von durchaus origineller Natur. Der Gewinner darf die Fassade eines seiner ansonsten ja eher schmucklosen Trafohäuschen nach eigener Vorstellung künstlerisch gestalten. Die Verwaltung bat Katharina Kraus, sich Gedanken zu machen. Das ist geschehen, und der Gemeinderat nahm den Vorschlag einstimmig an. Das heißt, das Trafohäuschen am Ortsausgang Richtung Steinsdorf könnte sich schon bald in ein echtes Schmuckstück verwandeln.
Wie jede Gemeinde erhebt auch Walsdorf für die Nutzung der Entwässerungseinrichtungen Grund- und Einleitungsgebühren. Die Einleitungsgebühr wird nach der Menge der Abwässer berechnet und liegt seit Jahren bei 1,90 Euro für 1000 Liter Abwasser. Bezugsgröße für die Abwassermenge ist das verbrauchte Frischwasser, wobei ein Vier-Personen-Haushalt im Durchschnitt 100 Kubikmeter im Jahr verbraucht.
Es ist seit langem bekannt, dass die Einleitungsgebühr von 1,90 Euro/m³ nicht kostendeckend ist. Der Gemeinderat hatte daher bereits im Dezember 2014 beschlossen, diesen Gebührensatz rückwirkend zum 1. Januar 2015 zu erhöhen. Das Ergebnis der neuen Kalkulation liegt jetzt vor und ergibt 3,15 Euro/m³.
Der Vortrag von Geschäftsführer Andreas Geck machte deutlich, dass die Gemeinde zwar nicht unbedingt gewollt, aber durchaus wissentlich noch bis Ende 2014 de facto Geschenke an die Bürger verteilt hat. Immerhin mit einem Gesamtwert von rund 700 000 Euro. Auf diese Summe beläuft sich die kumulierte Unterdeckung, die bei der Neukalkulation jedoch nicht berücksichtigt wurde. "Wir haben einen Schlussstrich gezogen und die Versäumnisse von gestern damit abgehakt", so Geck.

Schlussstrich gezogen

Berücksichtigt wurden aber natürlich alle die Abwasserbeseitigung betreffenden Kosten wie auch kalkulatorische Kosten für die bevorstehende Kanalsanierung. 3,15 Euro sind ausgerichtet auf ein Zeitfenster von vier Jahren. Sollte die Abwasserbeseitigung von einem kommunalen Eigenbetrieb, einem Zweckverband oder gar durch einen privaten Unternehmer betrieben werden, müssten die Bürger für einen Kubikmeter Abwasser eine Gebühr von wenigstens 4,97 Euro bezahlen. 3,15 Euro/m³ bedeuten, bei einem Verbrauch von 100 Kubikmetern, Mehrkosten von 31,50 Euro im Jahr, das sind 2,63 Euro im Monat.
Der "Schlussstrich" bezieht sich auch auf die Jahresabschlüsse 2008 bis 2013, die nach Prüfung einstimmig festgestellt wurden. Werner Auer, der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, sprach der Kämmerei im Rahmen seines Berichtes ein dickes Lob aus. Es habe keinerlei Beanstandungen gegeben. Wenn auch die Zahlen bis 2013 verabschiedet sind, mit dem Vorschlag der Verwaltung von 3,15 Euro/m³ mochte sich der Gemeinderat nicht so recht anfreunden. Den Mitgliedern des Finanzausschusses war eine Erhöhung von fast 66 Prozent in einem Schritt schlicht zuviel. Sie schlugen einen "politischen" Preis von 2,80 Euro vor, dies bei einer Neukalkulation in einem Zwei-Jahres-Rhythmus. Diesem Vorschlag schloss sich das Gremium an. Der politische Preis von 2,80 Euro/m³ Abwasser wurde einstimmig verabschiedet.


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