Schney

Das Thema Rente bereitet dem DGB zurzeit große Sorgen

Auch in diesem Jahr durfte sich der DGB-Kreisverband Lichtenfels wieder über zahlreiche Gäste bei seinem schon traditionellen Neujahrsempfang im evangelisch...
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Neujahrsempfang des DGB-Kreisverbandes (v.li.): DGB-Regionsgeschäftsführer Mathias Eckardt, Pfarrerin Tanja Vincent, DGB-Organisationssekretärin Julia Römer, Dritter Bürgermeister Winfried Weinbeer und der Vorsitzende des DGB-Kreisverbands, Heinz Gärtner. Foto: Gerda Völk
Neujahrsempfang des DGB-Kreisverbandes (v.li.): DGB-Regionsgeschäftsführer Mathias Eckardt, Pfarrerin Tanja Vincent, DGB-Organisationssekretärin Julia Römer, Dritter Bürgermeister Winfried Weinbeer und der Vorsitzende des DGB-Kreisverbands, Heinz Gärtner. Foto: Gerda Völk
Auch in diesem Jahr durfte sich der DGB-Kreisverband Lichtenfels wieder über zahlreiche Gäste bei seinem schon traditionellen Neujahrsempfang im evangelischen Gemeindezentrum in Schney freuen. Für das Jahr 2017 wünschte DGB-Kreisvorsitzender Heinz Gärtner den Teilnehmern einen gerechten Lohn, ein gutes Miteinander in den Betrieben und wenig Konflikte.
Im weiteren Verlauf ging Gärtner auch auf das Thema des Neujahrsempfangs "Faire Löhne, solidarische Gesellschaft und starke Rente" ein. "Wer 45 oder 50 Jahre gearbeitet hat, der muss auch von seiner Rente leben können", forderte er. Laut Gärtner habe selbst der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer erkannt, dass etwas an der Höhe der Rente getan werden müsse. Pfarrerin Tanja Vincent unterstrich die gute Ergänzung von Kirche und Gewerkschaft. Eine gerechte Bezahlung spiele auch im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg eine Rolle, die vom Besitzer des Weinbergs unabhängig von den Stunden, die sie für ihn gearbeitet haben, alle gleich bezahlt wurden.
Dritter Bürgermeister Winfried Weinbeer bedauerte, dass die Mitarbeiter in den Betrieben nicht immer so gerecht bezahlt würden, wie es sein sollte. Arbeitnehmer verdienten es, dass sie gerechte Löhne bekämen, mit denen sie ihre Familien ernähren können und die ihnen später eine auskömmliche Rente einbrächten.
In seinen Grußworten ging DGB-Regionsgeschäftsführer Mathias Eckardt auf das Erreichte beim Mindestlohn und bei der Leiharbeit ein. Die Rente, so Eckardt, sei ein wichtiges Thema, dass nicht nur die Gewerkschaften bewegt, sondern auch junge Leute.
Auch die Hauptrednerin des Neujahrsempfangs, DGB-Organisationssekretärin Julia Römer, stellte das Thema "Faire Löhne, solidarische Gesellschaft und starke Rente" in den Mittelpunkt ihrer Rede. Ein Ziel der Gewerkschaften sei, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, nachdem sie jahrzehntelang in die Rentenkasse eingezahlt haben, im Alter auch eine Rente bekommen, von der sie in Würde leben können. Um die Beitragsätze niedrig zu halten, hatte der Gesetzgeber Anfang des Jahrtausends das Niveau der gesetzlichen Rente abgesenkt und stattdessen die private Vorsorge gefördert. Mittlerweile sei das Rentenniveau so deutlich gesunken, dass wenn die Weichen nicht neu gestellt würden, es noch weiter bergab ginge. Eine noch geringere Rente würde nicht nur die Beschäftigten im Niedriglohnsektor direkt in die Altersarmut führen, ein sozialer Abstieg drohe auch denen, die heute noch relativ gut verdienen, erläuterte Römer.


Gesetzgeber ist gefordert

Als Kern der Alterssicherung bezeichnete die DGB-Organisationssekretärin für Oberfranken die gesetzliche Rentenversicherung. "Denn nur sie bietet den Schutz vor sozialen Abstieg und Altersarmut", so Römer. Als ernüchternd bezeichnete sie die Bilanz nach 15 Jahren Riester-Rente. "Die, die die Riester-Rente brauchen würden, haben sie nicht. Und die, die sie haben, brauchen sie nicht." Statt die Rücklagen der Rentenversicherung weiter zu verpulvern, aktuell sind es immerhin 35 Milliarden Euro, sollten diese zu einer Demografie-Reserve ausgebaut werden. Auch die Kosten der Mütterrente sollten statt aus der Beitragskasse endlich aus Steuermitteln gezahlt werden.
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