Wilhelmsthal

Das Adventssingen wurde zum Balsam für die Ohren und die Seele

Während draußen der Wilhelmsthaler Weihnachtsmarkt noch in vollem Gange war, tat sich den Besuchern im Gotteshaus eine Oase der Ruhe auf. Die stimmigen Arra...
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Die Haache Stöckraache Foto: Heike Schülein
Die Haache Stöckraache Foto: Heike Schülein
Während draußen der Wilhelmsthaler Weihnachtsmarkt noch in vollem Gange war, tat sich den Besuchern im Gotteshaus eine Oase der Ruhe auf. Die stimmigen Arrangements ließen an diesem letzten Sonntag im November tatsächlich schon etwas winterliche Stimmung aufkommen. Man hörte, lauschte gespannt den wunderschönen Klängen - ganz leise, ganz behutsam. Die Hauptorganisation des Konzerts lag bei Harald Kalamala, der auch als Sänger seine musikalische Vielseitigkeit unter Beweis stellte - so unter anderem auch mit der ergreifenden Eigenkomposition "Wo Himmel und Erde sich berühren".
"Wo Himmel und Erde sich berühren" - damit sei, so Pfarrer Sven Raube in seiner Begrüßung, eigentlich der Sinn des gesamten Advents herrlich ausgesagt. In der Krippe von Betlehem habe der Himmel die Erde berührt. Gott komme uns durch Jesus entgegen. Die Adventszeit lade uns ein, auch auf ihn, auf Christus, zuzugehen. Dies könnten wir tun, indem wir uns auf das Wesentliche - unseren Glauben an Christus konzentrierten: durch Besinnung und Meditation, durch Gebet und Beichte, durch die Feier der Heiligen Messe. Eine große Hilfe seien dabei auch die Lieder, die uns durch den Advent begleiteten. "In der kommenden Stunde werden wir mit Melodien und Gesängen beschenkt, die uns in die Stimmung des Advents einführen. Die Klänge erfreuen einerseits unsere Sinne, sie können jedoch auch unseren Glauben vertiefen", zeigte er sich sicher - und er sollte recht behalten. Bereits mit den ersten Tönen des Konzertes - dem von Hans Pittroff an der Orgel virtuos zum Klingen gebrachten - "Minuet in B" von Hamilton Clarke - kam jene stimmige Atmosphäre auf, um die Weihnachtszeit in strahlender Art und Weise einzuläuten. Die einzelnen Musikgruppen agierten so entspannt und natürlich, dass man nur noch begeistert von einem in das andere Lied oder Instrumentalstück träumte. Musikalische Glanzpunkte setzte einmal mehr die Solistin Agnes Müller, schon fast Dauergast in Wilhelmsthal. Und auch dieses Mal berührte sie mit ihren Liedbeiträgen "Nimm dir Zeit" und "Klingen Glocken so hell" die Herzen ihres Publikums. Eine samtig weiche Stimme, die unverkennbar ist und deren Klangfülle durch die ausgezeichnete Akustik des Gotteshauses in ihrer ganzen Schönheit zur Geltung kommt. Dies gilt auch für die Auftritte der Frauenschola sowie des Männerchors. Die schönen - sich in bester Harmonie verbindenden - Männerstimmen erfüllten die Kirche. Voller Hingabe stimmten sie "Gruß dir, o Heilige" sowie "Herr, gib uns Frieden" an - religiöse Titel, die ihnen deutlich spürbar Freude und Bestimmung zugleich sind. Auch bei der Frauenschola, die "Groß sein lässt meine Seel den Herrn" sowie "Wer im Schutz des Höchsten steht" von der Empore in den Kirchenraum hinab schweben ließ, spürte man mit jeder Zeile ihre Verbundenheit zu Gott.


"A schöna Bescherung"

Eine große Bereicherung des Konzerts waren die seit 1976 durch Funk und Fernsehen bekannten "Haache Stöckraache". Die beliebte Singgruppe im Heimat- und Trachtenverein Haig pflegt mit großem Engagement fränkisches Liedgut und Heimatkultur. Sie gaben "Losst uns ihr Leut´a Liedla sing", "Aus einer schönen Rose", "Denkt amoll nouch ihr Leut´" sowie "Als Maria übers Gebirge ging" - im wahrsten Sinne des Wortes - "zum Besten". Joachim Kalamala brachte neben seiner Eigenkomposition noch "Mary did you know" - von ihm selbst auf der Gitarre begleitet - zum Klingen, gesungen mit Seele voller Emotionen und Tiefgang.Die Lacher auf ihrer Seite hatte die Mundart-Autorin Ulla Steiner mit zwei heiteren Weihnachts-Geschichten. In "Wos versprochn is, is versprochn" löst ein Junge sein Versprechen an den lieben Gott ein, indem er mit dem Jesuskind aus Freude über sein Weihnachtsgeschenk einige Runden auf seinem neuen Fahrrad dreht. In "A schöna Bescherung" schaut ein Mann beim Schlagen des Christbaums etwas zu tief ins Glas. So war beim rund einstündigen musikalischen Potpourri schließlich für jeden etwas dabei. hs

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