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Forchheim
Soziales 

Damit eine Kur Erfolg hat

Bei einem Fachtag erweiterten Berater der Caritasverbände in der Erzdiözese Bamberg ihre Kompetenzen. Im Mittelpunkt standen Mütter und ihre spezifischen Herausforderungen.
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Die Generation der berufstätigen Frauen, die zugleich in Familien- und Erziehungsverantwortung stehen, hat deutlich weniger familiären Rückhalt als früher. So sind etwa Großeltern als mögliche Unterstützung nicht unbedingt vor Ort.
Das berichteten Edeltraud Kühnhold und Regine Olschewski von der Mutter-Kind-Klinik in Braunlage bei einem Fachtag in der Zentrale des Caritasverbands für die Erzdiözese Bamberg. Kühnhold und Olschewski, die seit mehr als zwei Jahrzehnten in der psychotherapeutischen Abteilung der Caritasklinik "Haus Waldmühle" arbeiten, stellten deren Konzept vor.
Dies diente den Teilnehmenden, Beraterinnen und Beratern aus den Allgemeinen Sozialen Beratungsstellen der Stadt- und Kreis-Caritasverbände in der Erzdiözese Bamberg, zur Erweiterung ihrer Beratungskompetenz. Denn Mütter, die vor der Kurmaßnahme die Beratungsstellen der Caritasverbände aufsuchen, sind besser auf den Klinikaufenthalt vorbereitet, was den Kurerfolg deutlich erhöht. Die Erkrankungen der Mütter, die in die Mutter-Kind-Kur-Klinik gehen, sind vielfältig: Erschöpfungszustände, Angststörungen, Schlafstörungen und Lebensmittelunverträglichkeiten. Viele leiden an Erkrankungen des Bewegungsapparates.
Jede dritte Frau hat darüber hinaus Erfahrung mit Psychopharmaka. Die Frauen in der Klinik müssten in erster Linie lernen, für sich zu sorgen, damit sich ein Kurerfolg einstelle, berichteten die Expertinnen. Die Abteilung Psychotherapie erstellt nach der Aufnahme mit jeder Frau eine Sozialanamnese. Gleichzeitig werden die Mütter
umfassend über das Konzept der Klinik und die Abläufe informiert.
Das Wissen, was in den nächsten Wochen auf die Frau zukomme und welche Aufgabe ihr selbst zufalle, um gesund zu werden, sei entscheidend für den Kurerfolg.


Ziele sind wichtig

Jede Frau müsse zu Beginn der Kurmaßnahme für sich ein Ziel formulieren: "Was will ich nach drei Wochen erreicht haben?"
Über die Zielerreichung werde während der Kur gesprochen und die Mütter würden bei der Zielerreichung unterstützt. Wichtig sei dabei, betonten Kühnhold und Olschewski, dass die Frauen bei der Formulierung ihres Zieles realistisch blieben. Verpflichtende Angebote in der Klinik sind Nordic-Walking und progressive Muskelentspannung. Mit diesen Angeboten habe die Klinik gute Erfahrungen gemacht: Jede Frau könne sie zu Hause im Alltag ohne großen Aufwand umsetzen.
Die verpflichtende Ernährungsberatung biete die Möglichkeit, in der Klinik das Gewicht zu reduzieren und zu Hause in der Familie einen gesunden Speiseplan aufzustellen.
Die Klinik in Braunlage setzt einen Schwerpunkt auf "Trauer": Mütter, die ein Trauer auslösendes Ereignis erleben mussten, werden in der Klinik bei der Verarbeitung begleitet. Eine besonders gute Resonanz fänden die Angebote, bei denen die Mütter die Schönheit der freien Natur erleben dürften. Diese meditativen Angebote, die in Wald und Wiese stattfänden, würden von den Frauen als bereichernd und Stress reduzierend erlebt.
Stark zugenommen habe der Bedarf der Frauen an Erziehungsberatung. In der Mutter-Kind-Kur-Klinik werden die Kinder der kurenden Mütter altersgerecht betreut. red

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