LKR Lichtenfels

Damit Sonnwendfeuer kein böses Nachspiel haben

Jetzt ist es wieder so weit, um den 24. Juni werden die Johannis- oder Sonnwendfeuer in den nächtlichen Himmel lodern. Allerdings gehört zu den Schattenseit...
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Jetzt ist es wieder so weit, um den 24. Juni werden die Johannis- oder Sonnwendfeuer in den nächtlichen Himmel lodern. Allerdings gehört zu den Schattenseiten dieses Brauchtums, dass dabei nicht selten Abfälle in Rauch aufgehen oder die Tier- und Pflanzenwelt geschädigt wird. Eine ganze Reihe von rechtlichen Vorgaben müssen beachtet werden, damit die Sonnwendfeuer kein juristisches Nachspiel haben.
Das Landratsamt Lichtenfels weist insbesondere auf die Einhaltung von Vorschriften des Naturschutzrechts sowie des Abfallrechts hin. Ein Sonnwendfeuer dient nicht der Sperrmüllentsorgung. In den vergangenen Jahren wurden diese immer wieder dazu missbraucht, sperrige hölzerne Abfälle zu entsorgen. Als Brennmaterial darf aber nur naturbelassenes Holz verwendet werden. Bereits abgelagerte Abfälle, auch wenn sie gut brennbar erscheinen, sind auszulesen und ordnungsgemäß zu entsorgen. Keinesfalls dürfen alte Fenster, Spanplatten, imprägnierte Hölzer oder gar Altreifen und Kunststoffe verbrannt werden. Alles, was mit Farben, Lacken oder Lasuren behandelt wurde, gehört nicht in das Feuer. Dadurch würden erhebliche Schadstoffe freigesetzt, weil es sich, anders als z. B. in einem Müllheizkraftwerk, um einen offenen und unkontrollierten Verbrennungsvorgang handelt. Auch dürfen keine Treibstoffe, Öle und Altöl verwendet werden. Diese können zusätzlich zur Luftbelastung eine Gefährdung des Bodens sowie des Grund- und Oberflächenwassers verursachen. Zum Anzünden empfiehlt sich Stroh oder trockenes Reisig.
Veranstalter von Johannisfeuern, die das Verbrennen von Müll zulassen, und die Anlieferer von Unrat begehen eine Ordnungswidrigkeit, die mit hohen Bußgeldern belegt werden kann. Auch an die Tierwelt wird oft nicht gedacht, wie manche bereits Tage zuvor aufgeschichtete Haufen zeigen. Diese sind ein willkommener Unterschlupf für Igel, Eidechsen und eine Vielzahl von Insekten bzw. dienen als Brutplatz von Vögeln. Doch die vermeintliche Sicherheit ist trügerisch. Die hilflosen Tiere werden qualvoll mitverbrannt, wenn es ihnen nicht gelingt, beim Anzünden zu entkommen. Daher ist zum Schutz der Tiere sicherzustellen, dass das Brennmaterial maximal eine Woche vor dem Abbrennen angeliefert wird. Werden die Haufen nicht erst am Tag des Johannisfeuers aufgeschichtet, müssen diese vor dem Abbrennen nochmals umgeschichtet werden, um so den Tieren die Möglichkeit zur Flucht zu geben.
Weitere wichtige Informationen sind auf dem Merkblatt "Abhalten von Sonnwendfeuern" zusammengefasst. Dieses findet man im Internet unter www.landkreis-lichtenfels.de. red
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