Oberschleichach

Damit Nachhaltigkeit gelingen kann, braucht es mehr Vernetzung, und das Ubiz macht mit

Umweltbildungseinrichtungen, Erwachsenenbildung und universitäre Bildung vernetzen, das will das Pilotprojekt des Umweltbildungszentrums (Ubiz) in Oberschle...
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Die Universitäten Bamberg und Würzburg hat Ubiz-Leiterin Bettina Stroh in das Pilotprojekt zu Nachhaltigkeit in Wissenschaft und Lehre eingebunden. Bei einer Pressekonferenz wurde der Permakultur-Garten des Ubiz besichtigt. Unser Bild zeigt (von links) Fritz Reheis von der Universität Bamberg, Bettina Stroh, Ubiz-Mitarbeiterin Christine Thorn und Katrin Bissinger von der Universität Würzburg. Foto: Sabine Weinbeer
Die Universitäten Bamberg und Würzburg hat Ubiz-Leiterin Bettina Stroh in das Pilotprojekt zu Nachhaltigkeit in Wissenschaft und Lehre eingebunden. Bei einer Pressekonferenz wurde der Permakultur-Garten des Ubiz besichtigt. Unser Bild zeigt (von links) Fritz Reheis von der Universität Bamberg, Bettina Stroh, Ubiz-Mitarbeiterin Christine Thorn und Katrin Bissinger von der Universität Würzburg. Foto: Sabine Weinbeer
Umweltbildungseinrichtungen, Erwachsenenbildung und universitäre Bildung vernetzen, das will das Pilotprojekt des Umweltbildungszentrums (Ubiz) in Oberschleichach. Für dieses Vorhaben, das jetzt bei einer Pressekonferenz vorgestellt wurde, hat Ubiz-Leiterin Bettina Stroh mit ihrer Mitarbeiterin Christine Thorn sowohl bei der Universität Bamberg als auch an der Universität Würzburg offene Türen eingerannt. Beide Universitäten befassen sich in verschiedenen Studiengängen mit dem Thema Nachhaltigkeit und sind ebenfalls an einer Vernetzung sehr interessiert. Das erklärten die Professoren Fritz Reheis vom Lehrstuhl für politische Theorie in Bamberg und Kerstin Bissinger aus Würzburg beim Pressegespräch unisono. Schon am morgigen Mittwoch beginnt Professor Reheis mit einer Vorlesung im Rahmen dieses Projekts.
"Entwicklungsland Deutschland: das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung" heißt die Vorlesung für Gasthörer, Studium Generale und Interdisziplinäres Studium, bis Juli immer mittwochs von 16 bis 18 Uhr. In diesen Vorlesungen werden bis in den Juli hinein die unterschiedlichsten Aspekte nachhaltiger Entwicklung beleuchtet. So geht es beispielsweise um die aktuellen Nachhaltigkeitsdiskurse, um Lebensbereiche und Politikfelder von Arbeit und Freizeit über Ernährung und Landwirtschaft, Wohnen und Verkehr bis zum Umgang mit Gemeinschaftsgütern und zur Friedenssicherung - und um die Konsequenzen in Bezug auf Bildung. Professor Reheis freut sich sehr über den Austausch mit dem Ubiz, "denn wir sind die Praxis", erklärte Bettina Stroh nicht ohne Stolz auf ihre Arbeit.
Die Zusammenarbeit sei auch notwendig, denn nur wenn Wissen in ein Bewusstsein und dann in ein nachhaltiges Handeln mündet, dann sei nachhaltige Entwicklung möglich. Reheis hält solche interdisziplinäre Kooperationen für unbedingt notwendig, denn "es ist wichtig, dass wir eine gemeinsame Sprache sprechen". Sonst sei Nachhaltigkeit nicht zu erreichen.
Auch die Kommunikationswissenschaften der Uni Bamberg beteiligen sich am Projekt, sie entwickeln unter Leitung von Germanistin (und FT-Redakteurin) Isabelle Epplé ein Marketing-Produkt zu dem Thema Nachhaltigkeit. "Wir erhoffen uns eine Art Stempel für alle Umweltstationen und Erwachsenenbildungseinrichtungen, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigen", ist Bettina Stroh zuversichtlich.
Die Universität Würzburg ist mit dabei mit ihrem Lehr-Lerngarten, der für die Lehramtsstudenten gegründet wurde und heute fakultätsübergreifend eingesetzt wird. Katrin Bissinger wird hier mit ihren Studenten Lernmodule entwickeln und mit Schulklassen erproben.
Im Herbst oder Winter wird dann in Haßfurt ein Symposium stattfinden, das den Vernetzungsgedanken in die Kommunalpolitik und die Zivilgesellschaft tragen soll. Das Symposium will sowohl die verschiedensten Akteure als auch die Regionen zusammenbringen. Dass es wichtig ist, hier weiter sehr aktiv zu sein, das beweise die große "Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln im Hinblick auf Nachhaltigkeit", erklärten in mehreren Wortbeiträgen alle Anwesenden. Bei dem Symposium sollen dann die Ergebnisse des Marketing-Wettbewerbs präsentiert und prämiert werden. Als Auszeichnungen sucht Bettina Stroh noch Sponsoren von Preisen, die möglichst ebenfalls symbolisch für Nachhaltigkeit stehen. Während des gesamten Projekts präsentiert sich auch das Ubiz immer wieder an den Hochschulen, bringt sich mit seinen Erfahrungen ein.
Die Verknüpfung von Hochschule und außeruniversitärer Umweltbildung ist ein innovativer Ansatz, der nach dem Wunsch der Projektteilnehmer Schwellen abbauen und neue Netzwerke entstehen lassen soll.
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