Coburg

Comeback für vier "Sisters"

Interview  Das Saxofon-Quartett "Sistergold" begeisterte schon beim ersten Coburg-Gastspiel vor zwei Jahren. Nun kehren die vier Musikerinnen zurück und bereichern die "Nacht der Kontraste" mit einem Auftritt im Kunstverein.
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Das Saxofonquartett "Sistergold" begeisterte bereits 2013 bei der Coburger Museumsnacht und kehrt heuer zurück. Foto: Archiv/Frank Wunderatsch
Das Saxofonquartett "Sistergold" begeisterte bereits 2013 bei der Coburger Museumsnacht und kehrt heuer zurück. Foto: Archiv/Frank Wunderatsch
Coburg — Wenn es um Sonderwünsche von Musikern in Bezug auf Technik, Garderobenausstattung oder Getränke geht, haben die Organisatoren der "Nacht der Kontraste" einiges erlebt. Doch ein Bügeleisen und ein Bügelbrett zur Pflege ihrer Bühnen-Outfits verlangte bisher nur das Quartett "Sistergold".
Was dann am Abend folgte, war nicht nur ein optisch tadelloser, sondern auch ein musikalisch faszinierender Auftritt, der das Publikum im Pavillon des Kunstvereins zu Beifallsstürmen hinriss. "Die beste Musik, die ich in unserem Pavillon je hörte", schwärmte 2013 ein Mitglied des Kunstvereins. Einige Besucher "vergaßen" glatt die anderen Schauplätze der Museumsnacht, weil sie keines der vier weiteren Konzerte des Quartetts versäumen wollten.
Auf vielfachen Wunsch und passend zum Motto "Starke Frauen" der 11. Coburger Museumsacht folgt am 12. September am gleichen Ort das Comeback: Vier studierte Musikerinnen, vier Saxofontypen, vier Mal Ladypower, Lebenslust, Perfektion und kreatives Gespür für brillante Bearbeitungen aus den Genres Pop, Jazz, Soul und Weltmusik. Und dazu jede Menge Spaß.
"Sistergold" präsentiert im Kunstverein seine persönlichen Glanz- und Lieblingsstücke. Das Tageblatt sprach mit Kerstin Röhn von "Sistergold".

Sistergold? Wann und wie kam es zu diesem Namen?
Kerstin Röhn: Unser erstes Konzert gaben wir im Jahr 2009. Wir fühlen uns wie "Schwestern im Geiste" - klingt hochtrabend, ist aber so: eine für alle, alle für eine.
Es gibt noch mehr goldene Instrumente - worin liegt der besondere Reiz eines Saxofons?
Der Reiz des Saxofons besteht für uns in der Tatsache, dass wir es spielen können, im Gegensatz zu Trompete oder Posaune ... (lacht) Warum verliebt man sich? Wenn man das beantworten könnte, wäre manches leichter! Wir lieben natürlich den Sound und die Tatsache, dass es so gut wie keine Musik gibt, die man mit diesem wundervollen Instrument nicht zum Klingen bringen könnte.

Was war die komischste Situation auf einem Konzert?
Wenige Tage vor einem Konzert hatte sich unsere Altsaxofonistin Elisabeth einen Bänderriss zugezogen, sodass wir nicht wussten, ob wir das Konzert absagen müssten. Aber Elisabeth ist kreativ und hart im Nehmen: Sie hat dem Gips eine - natürlich - goldene Verpackung gegeben. Mit diesem glänzenden Show-Gips haben wir dann ein einzigartiges Konzert gespielt, das durch seine besonderen Choreografien dem Publikum sicherlich besonders in Erinnerung geblieben ist.

Ihr neues Konzertprogramm trägt den Titel Glanzstücke. Was ist für Sie ein Glanzstück?
Wie der Name schon sagt, ist es ein Stück, das zum Glänzen gebracht wird, und natürlich umgekehrt eine Musik, mit der Sistergold glänzen möchte. Das Auswahlkriterium ist einfach: In erster Linie gefällt uns die Musik, die wir präsentieren. Natürlich muss sie auch zu Sistergold und dem "Format Saxofonquartett" passen. Wir haben das Glück, dass wir einen breiten Musikgeschmack haben und bedienen können: das Spektrum reicht von Jazz, Popmusik über ausgewählte klassische und barocke Kompositionen bis zu Klezmer und Tango, oft angereichert mit Improvisationen.

Was macht Sistergold einzigartig?
Es ist die "Balance": Führen, sich führen zu lassen, zurückzutreten, um sich in den Sound einzufügen. Und das Wichtigste: sich gegenseitig zuzuhören und auch nach dem tausendsten Mal immer noch Spaß daran zu haben. Wir sind ein gutes Team: auf der Bühne, hinter der Bühne und privat.


Die Fragen stellte Martin Rohm.
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