Kleinziegenfeld

Camping ist gelebtes Miteinander

Freizeit  Mit dem Ostertreffen eröffneten die Mitglieder des Eriba-Touring-Clubs die Saison in Kleinziegenfeld. Auch wenn das Wetter noch nicht ganz so einladend war, ließen sich die Camper nicht verdrießen und knüpften schnell neue Kontakte.
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Die Touring-Clubfahne wird beim Ostertreffen in Kleinziegenfeld mit vereinten Kräfte gehisst - und somit ist die Campingsaison eröffnet.
Die Touring-Clubfahne wird beim Ostertreffen in Kleinziegenfeld mit vereinten Kräfte gehisst - und somit ist die Campingsaison eröffnet.
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von unserem Mitarbeiter Manuel stark

Kleinziegenfeld — Schlamm spritzt, als die durchdrehenden Reifen die Grasnarbe des Campingplatzes auf der Kleinziegenfelder Höhe durchdringen und sich tiefer und tiefer in die durchweichte Erde wühlen. Dieser Apriltag ist ein Regentag. Viele der Wohnwagenfahrer, die sich mit ihren Mobilen auf das nasse Gras begeben, bleiben stecken. Andere Camper sind zur Stelle, sie schieben, ziehen und legen abgebrochene Äste unter die Reifen. Wieder geht es ein paar Meter weiter. Anstelle der üblichen Aufstellung in Reih- und Glied sind die Wagen des Eriba-Touring-Clubs anschließend ein wenig verstreut und durcheinander auf der Wiese geparkt.
Am nächsten Tag ist der Boden noch immer weich und gibt sogar unter den Tritten der Camper noch spürbar nach. Erst als sich am frühen Karfreitagnachmittag rund 50 angereiste Eriba-Touring-Clubmitglieder auf der Wiese versammeln, bricht die Sonne durch die Wolkendecke. Ein Fahnenmast wird aufgestellt und mit Seilen und Heringen fixiert. Sekundenlang gleitet die dreieckige Clubflagge der Sonne entgegen, dann hat sie die Spitze des Mastes erreicht und der goldene Stoff knattert im Wind. Das jährliche Oster-Treffen des Eriba-Touring-Clubs hat begonnen.

Ein bunter Haufen

"Wir sind hier ein bunter und lockerer Haufen", sagt Lothar Friedrich und weist mit einer ausholenden Geste seines rechten Arms auf die umstehenden Camper. Es sind alte Frauen von mehr als 70 und junge Männer von weniger als 20 Jahren zu sehen. Norddeutsche, Hessen, Bayern und Vertreter anderer Bundesländer. Sogar ein Österreicher und ein Schweizer sind nach Kleinziegenfeld gekommen.
Gemeinsam mit seiner Frau Ingrid hat Lothar Friedrich das Ostertreffen für den Club organisiert. Nun blickt er über die Anhöhe: Auf braune Reifenspuren im grünen Gras und die weißen Wohnwagen, die sich vor den Wipfeln dunkelgrüner Fichten im Tal abheben. Der Geruch nach Paprika und Fleisch wird durch den Wind über den Platz getragen. Die ersten Camper haben angefangen, sich ihr Mittagessen zu kochen. Sie sitzen im kleinen Kreis vor ihren Wohnwagen und warten darauf, dass der Eintopf fertig wird.

Auf das Wir kommt es an

"Das Fernsehen ist der Tod der Camper", sagt Lothar Friedrich und blickt traurig auf einen Wohnwagen mit Satellitenschüssel. "Der Zusammenhalt, das gemeinsame Erleben, das Wir, darauf kommt es doch an." Auch Friedrich ist mit seinem Ford Transit am Tag zuvor stecken geblieben. "So schnell schaut man sich gar nicht um, ist Hilfe zur Stelle", sagt er. Hilfsbereitschaft gehört in seinen Augen zu einem echten Camper.
Lothar Friedrich fährt schon sein Lebenlang mit Wohnwagen über Land, zuerst mit seinen Eltern, später alleine, jetzt mit seiner Frau. "Touring, das war für mich schon immer so eine Liebe", sagt er und lacht, "nach meiner Frau natürlich".
Beim Eriba-Touring-Club sind die Beiden seit 2005. "Ich habe gelesen, dass es da ein Treffen in Dresden gibt. Die einzige Anforderung war, ein Eriba-Touring-Wohnwagen-Modell zu besitzen. Da sind wir dann einfach mal hingefahren - und wurden Clubmitglieder", erzählt Friedrich. "Der Name des Modells, auf den sich auch der Clubname gründet, kommt von Erich Bachem, dem Ingenieur der ersten Wohnwagen auf deutschen Straßen."

Alle für einen

Vor Friedrichs Wohnwagen fährt währenddessen ein Nachzügler auf die Wiese. Das Dröhnen des Motors auf dem glitschigen Boden lockt sofort vier Camper an. Auch Friedrich ist sofort zur Stelle. Mit gemeinsamen Kräften geht auch die Fahrt für den Nachzügler an der gehissten Clubfahne vorbei bis zu einem geeigneten Stellplatz. "Hier im Club braucht sich keiner Sorgen machen stehen zu bleiben, hier halten wir zusammen!", ruft einer der Helfer lachend dem langsam weiterfahrenden Wagen hinterher. Friedrich nickt zustimmend. "Camping, das bedeutet Zusammenhalt."

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