Bamberg

CSU-Jahreshauptversammlung: Ohne Intrigen und Spekulationen

Jahreshauptversammlungen sind häufig eine eher unspektakuläre und eintönige Pflichtveranstaltung, die Vereine gesetzlich abhalten müssen. Hin und wieder abe...
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Jahreshauptversammlungen sind häufig eine eher unspektakuläre und eintönige Pflichtveranstaltung, die Vereine gesetzlich abhalten müssen. Hin und wieder aber gibt es Mitgliederversammlungen, bei denen sprichwörtlich die Fetzen fliegen oder die Emotionen hochkochen. So wie erst kürzlich bei der Versammlung des Bamberger Tierschutzvereines (der FT berichtete). Auch der Kreisverband der CSU war in den letzten Jahren immer ein Garant für aufsehenerregende Sitzungen. Nicht selten gab es im Vorfeld unzählige Spekulationen, Vorwürfe oder gar heimlich gesponnene Intrigen.
Bei der diesjährigen Sitzung hingegen war alles anders. Kein Machtgeplänkel vor der Versammlung, keine in der Zeitung ausgefochtene Schlammschlachten und auch keine Reibereien. Ganz im Gegenteil: Hätte der Kreisvorstand die Lokalredaktion nicht exklusiv eingeladen, wäre die Sitzung diesmal sang- und klanglos an den Bambergern vorbeigegangen.
Kein Wunder, dass sich bei so viel Harmonie der Fraktionsvorsitzende Helmut Müller tierisch freute: "Redakteure beklagen, bei euch ist nichts mehr los: keine Skandale, keine Aufreger. Ich kann dazu nur sagen, die ,Groko‘ arbeitet geräuschlos, aber effizient." So sei vieles im Schulterschluss erreicht worden. Beispielsweise in Sachen Kinderbetreuung oder der Verbesserung der Spielplätze. Und nach 17 Jahren sei endlich der Zug beim Quartier an der Stadtmauer in Bewegung gesetzt worden. Allerdings, so betonte Müller, sei die "Groko" eine Zweckehe und keine Liebesheirat.
"Daher lassen wir uns auch nicht die Butter vom Brot nehmen, wenn es darum geht, die Lorbeeren bei den Unteren Mühlen zu ernten. Nur durch die Bamberger CSU ist ein jahrelanges Moratorium endlich vorangekommen", sagte der Fraktionsvorsitzende. Der Bau sei soweit in trockenen Tüchern - obgleich von Seiten der Grünen alles unternommen werde, die Baugenehmigung "verantwortungslos noch zu stoppen", wie es Müller ausdrückte.
Aber auch für die Zukunft hat die CSU in Bamberg laut Müller noch einiges vor: angefangen von der Schaffung einer Verbindung zum Klinikum über die Einführung von Bürgersprechstunden bis hin zu einer neu ins Leben gerufenen Veranstaltungsreihe, mit der man die Sorgen und Probleme der Bürger aufgreifen werde. Auf einen guten Kurs sah Kreisvorsitzender und Bambergs Zweiter Bürgermeister Christian Lange die Bamberger CSU gebracht: "Eine Umfrage hat ergeben, dass 63 Prozent der Bamberger sich wünschen, dass wir mit dem Oberbürgermeister zusammenarbeiten und dabei eigene Akzente setzen. Nur sechs Prozent unserer Anhänger und zehn Prozent aller Bamberger wollen uns in der einer reinen Opposition sehen."
Ziel sei es, die Stadt weiter voranzubringen durch "Politik aus einem Guss". Dazu wolle die CSU das Gewerbegebiet "Muna" vorantreiben, und dabei vor allem zeigen, dass Wirtschaft und Naturschutz sich nicht widersprechen müssten. Ferner wollen die Christsozialen eine Anbindung an das Medical Valley ebenso wie ein Digitales Gründerzentrum in die Lagarde-Kaserne holen.
"Natürlich werden wir uns weiterhin stark machen für die Bildung unserer Kinder und die Stärkung der Familien. Wir werden darüber hinaus an einem Konzept für die Lange Straße dran bleiben und uns in Sachen ICE-Ausbau klar gegen eine Ostumfahrung positionieren", unterstrich der Kreisvorsitzende. Intern hingegen sollen die Ortsverbände gestärkt und zu weiteren Aktivitäten ermutigt werden. Und großes Ziel sei es, bei den Wahlen 2020 die stärkste Fraktion zu bleiben.
Deutliche Worte an die Fraktionsspitze fand die "Vorzeigefrau der Bamberger CSU" (Zitat Lange), Staatsministerin Melanie Huml. Während sie die Herausforderungen in der Flüchtlingspolitik schilderte und rechtfertigte, warum das Klinikum einen vierten Bettenturm brauche, erlaubte sie sich auch so manchen Seitenhieb wie "Zusammenarbeit ist schön, aber alleine regieren ist auch nicht verkehrt".
Und in Sachen Konversion hätte sie sich von der Stadt etwas mehr Dynamik gewünscht. Denn dann wäre so manche Fläche schon in Bamberger Besitz und stünde nicht mehr zur Verfügung.
Lob gab es bei der Aussprache abschließend von Seiten der Mitglieder: Seit der letzten Versammlung habe sich vieles geändert. Die Partei gebe ein tolles Bild nach außen ab und es gehe scheinbar aufwärts.
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