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Pressig

Bürger wollen Verlagerung des Milchviehlaufstalls

Karl-Heinz Hofmann "Grundsätzlich sind wir alle nicht gegen den Neubau eines Milchviehlaufstalls in Welitsch", stellte Bürgermeister Hans Pietz (FW) anlässl...
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Im Vordergrund der Tiefbrunnen Welitsch im Wasserschutzgebiet, im Hintergrund die bisherigen Stallungen des Landwirts Nickel, an deren Anschluss in Richtung Tiefbrunnen eine weitere Stallung mit Güllelagerung entstehen soll.  Foto: Karl-Heinz Hofmann
Im Vordergrund der Tiefbrunnen Welitsch im Wasserschutzgebiet, im Hintergrund die bisherigen Stallungen des Landwirts Nickel, an deren Anschluss in Richtung Tiefbrunnen eine weitere Stallung mit Güllelagerung entstehen soll. Foto: Karl-Heinz Hofmann
Karl-Heinz Hofmann

"Grundsätzlich sind wir alle nicht gegen den Neubau eines Milchviehlaufstalls in Welitsch", stellte Bürgermeister Hans Pietz (FW) anlässlich eines Bürgergesprächs fest, um das er von Welitschern gebeten worden war. Er hatte das Gespräch mit den Bürgern im Rathaus anberaumt, nachdem Unruhe und Unsicherheit in der Bevölkerung wegen eines geplanten Stallneubaus mit Güllelagerung in Welitsch aufgekommen waren. Sogar eine Bürgerinitiative, die eine Unterschriftensammlung durchführte, hat sich gebildet.
Pietz stellte fest, dass niemand grundsätzlich gegen den Neubau eines Milchviehlaufstalls in Welitsch sei; lediglich der Standort unmittelbar am Wohngebiet und zum Teil in Zone zwei des Wasserschutzgebietes, für das aber seitens des Wasserwirtschaftsamtes eine Neuausweisung geplant ist, sei hinterfragt worden. Nach dieser Neufestsetzung befinde sich aber immer noch ein Teil des Betriebes in der Wasserschutzgebiets-Zone drei. Dies habe Bedenken wegen einer Beeinträchtigung des Trinkwasserbrunnens bei den Bürgern aufkommen lassen. Weitere Sorgen wurden im Bezug auf die Emissions- und Immissionsbelastungen von den Bürgern geäußert.
"Die Notwendigkeit für die Entwicklungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit eines landwirtschaftlichen Betriebs wird nicht grundsätzlich infrage gestellt. Aber man darf nicht außer Acht lassen, dass es in Welitsch mehr als 300 Einwohner sind, deren Lebensumfeld direkt betroffen wird. Die rechtlichen Rahmenbedingungen werden von den zuständigen Fachbehörden bewertet, dafür ist die Marktgemeinde nicht zuständig", informierte Bürgermeister Pietz.


Mehr Transparenz gewünscht

Leonard Dittmann dankte im Namen der Bürger für diese im ungezwungenen Rahmen stattfindende Diskussion. Allerdings hätten sich die Bürger ein solches Gespräch auf Einladung des Bauwerbers schon lange vor dessen Bauantragstellung gewünscht. Es seien einfach keine oder nur zu wenig Informationen preisgegeben worden. Mehrere Wortmeldungen beklagten die mangelnden Informationen und wünschten mehr Transparenz. Neben Geruchs- und Lärmbelästigung sehen sie vor allem auch die Sorge um die Trinkwasserqualität, weil, nicht weit entfernt, ein Tiefbrunnen liegt. "Der Tiefbrunnen muss unbedingt erhalten bleiben", meinte Hans- Jürgen Konrad. Es wurde auch bezweifelt, dass es in Welitsch keinen Alternativstandort für den geplanten Stallneubau gebe. Susanne Dittmann informierte, dass man bereits über 40 Unterschriften für eine Petition an das Landratsamt gesammelt habe, in der man eine Korrektur des Standortes fordere. Sie wollen einen weniger konfliktreichen Standort in der Flur um Welitsch.
Letztlich erklärte sich der Bürgermeister bereit, ein Gespräch mit dem Bauherrn zu führen, mit dem Ziel, alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen, um alle Möglichkeiten auszuloten. Der Bauantrag auf Neubau eines Milchviehlaufstalls mit Güllelagerung in Welitsch war schon zweimal (22. Februar und 25. April) im Bau- und Umweltausschuss des Marktes Pressig beraten und das gemeindliche Einvernehmen erteilt worden. Allerdings wurden mehrere Bedenken und Einwände zur Beachtung der Entscheidungsbehörde Landratsamt Kronach mit angefügt. Der Neubau des Stalls sorgt in seiner Dimension und mit 1,7 Millionen Litern Güllelagerung im Wasserschutzgebiet für Aufregung.


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